Frieden mit Gott


  • W. Busch


    "Nun muss ich Ihnen erzählen, wie Gott mich von der Angst vor der Staatspolizei befreite, indem ich eine größere Angst kennenlernte.
    Da saß ich das erste Mal im Gefängnis, anfangs in einsamer Verzweiflung, Angst und Not, bis ich auf einmal merkte, dass Gott mit mir reden wollte. Dann fing Gott an, mit mir zu reden, über mein Leben. Das habe ich bei jeder Haft so erlebt. Als es still wurde, fing Gott an zu reden und nahm mein Leben mit mir durch, allen Hochmut, alle Unreinigkeit, Lüge und Lieblosigkeit.
    Auf einmal merkte ich, dass Gott ja zornig ist. 'Gottes Zorn', sagt die Bibel, 'entbrennt über alles sündige Wesen der Menschen.' Gottes Zorn loderte in meiner Zelle. Wenn Ihnen solche Gedanken kommen, dass Gott mit Ihnen reden will, dann laufen Sie meistens weg, dann gehen Sie ins Kino oder machen Betrieb. Hier konnte man nicht weglaufen. Das war das Schauerliche und der Segen dieser Sache, dass Gott sagte: Dieswegen rede ich mit dir! Du bist ein Sünder.
    Ich weiß heute, wie es am Jüngsten Tag sein wird. Wo Gott Ihnen Ihr Leben vor die Füße wirft, und Ihre Sünden liegen völlig offen da. Irret Euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten. Ich habe damals gelernt, was die Hölle ist. Hölle ist, dass man in Ewigkeit unter diesem Zorn Gottes bleibt. Ich weiß nicht, wie die Hölle aussieht, aber das weiß ich, man ist weggeworfen, herausgetan von IHM."

    (Fortsetzung folgt

  • Ich lernte die Angst vor Gott,darum verlor ich die Angst vor diesen lächerlichen SS-Leuten.


    Haben Sie schon einmal Angst vor Gott gehabt? Sonst haben Sie noch nicht angefangen, die Wirklichkeit zu sehen.
    Dieser heilige Gott sieht uns, er umgibt uns, seine Gebote können wir doch nicht mit Füßen treten! Vielleicht muss er Sie auch einmal in die Stille führen, dass Sie ihm nicht mehr weglaufen können.


    Dann, als ich dachte: "Mann, ich bin verloren", kam Jesus und zeigte mir seine Hände mit den Nägelmalen. Auf einmal begriff ich, was ich draußen immer gewusst hatte. Er hat meine Sünde weggetragen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass ich Frieden hätte. Er macht mich gerecht vor Gott. Er ist unser Friede.

  • Ich arbeite schon lange in der Seelsorge. Dabei treffe ich so viele Christen, die haben keine Freudigkeit und keine Gewißheit. Das liegt einfach daran, dass sie das Kreuz Jesu noch nicht verstanden haben. Er hat mich erkauft, wenn auch alles drunter und drüber geht, ich bin sein Eigentum. Er hat für mich bezahlt. Ich bin ein schlechtes Eigentum, aber ich bin sein!


    Es wurde hell in meiner Zelle, es wurde so, dass es mir beinahe ging, wie den Priestern des Königs Salomo, als der Tempel eingeweiht wurde. Da war der Tempel so voller Herrlichkeit des Herrn, dass die Priester nicht mehr stehen konnten, die mussten raus.
    Ich konnte aber nicht raus. Es war so, dass ich es beinahe nicht aushielt vor Freude, dass ich einen "Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, da man ihn ehret, mir dem Sünder, zugehöret". Er schenkt Frieden mit Gott, Frieden ins Herz, der mich zum Kind Gottes macht, dass ich die ganze Welt auslachen kann, dass ich dem Teufel ins Gesicht lachen kann und seinen Trabanten zweimal. Gott kann einem ganzen Volk schweigen, aber er redet mit seinen Kindern.

  • Lassen Sie mich zum Schluss noch eine Frage beantworten, die sich aufdrängt. Was waren das für Menschen, diese Staatspolizeibeamten? Was waren das für Männer? Das waren ja nicht nur Beamte, dahinter waren doch Menschen. Wenn ich so in der Zelle saß oder ein Verhör hatte, dann versuchte ich manchmal, mich zu fragen: Gibt es denn eigentlich eine Möglichkeit, durch diese Schicht von Hass, von Feindschaft und Beamtenmäßigkeit durchzubrechen an euer Herz und Gewissen?
    Manchmal habe ich das andeutungsweise erlebt. Zum Beispiel einmal, als ich Jugendpfarrer war mit 50 jungen Mitarbeitern, die jeden Sonntag Hausbesuche machten, da wurde ein großer Schlag gegen mein Jugendhaus geführt. Alles mögliche wurde beschlagnahmt und im LKW abgefahren. Dann wurden die 50 Leiter vorgenommen, bei jedem gab es eine Hausdurchsuchung. Dann kamen die Eltern zu mir gestürzt, denn da warfen die Beamten ganze Schränke einfach um, die Wohnungen sahen wie Schlachtfelder aus. Es war schon im Krieg, da brauchten sie keine Rücksicht mehr zu nehmen, da konnte man alles erzwingen. 50 Wohnungen wurden einfach demoliert. Dann wurden die Jungen vorgeladen, und am Schluss ich selbst. (Nachdem sie fünfzig junge Männer verhört hatten, die ich vorher nicht unstruieren konnte.) Da erlebte ich mal, wie so eine Kruste brach. Da sagte man mir: "Pastor Busch, wir haben 50 junge Leute von Ihnen verhört, und es hat uns keiner angelogen. Sie haben offen gesagt, dass sie heimlich Freizeiten gemacht haben. Sie haben sich zum Schaden geredet, aber sie haben nicht gelogen. - Was ist das für eine Welt?" Ich sagte: "Das ist die Welt, die Sie hassen." Er war erschüttert von der Tatsache, dass es eine Welt gibt, in der man nicht lügt.

  • Es gab solche Augenblicke. Einmal, als ich in der Zelle saß und einem Beamten sagte: "Ich möchte nicht mit Ihnen tauschen", wurde der ganz wild und sagte: "Ist doch Wahnsinn." "Nein, ich möchte nicht mit Ihnen tauschen. Jesus gehören, mit all den Sünden und Torheiten, Kind Gottes sein - ich möchte nicht mit Ihnen tauschen". Da brüllte er los, und ich spürte, es war für ihn unfassbar. Da saß ich in der Zelle, geschändet und erniedrigt, daneben er, der stolze Mann in Uniform - und ich wollte nicht mit ihm tauschen.
    Das waren solche Augenblicke, wo man spürte: Jetzt bricht mal die Kruste auf, und sie haben Heimweh. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch Heimweh hat. Als alles zusammenbrach, da fielen sie ins Nichts und begingen scharenweise Selbstmord. Der Chef unserer Staatspolizei, mit dem ich ein paar Tage vorher noch gesprochen hatte, hat sich in der Zelle aufgehängt. Es war nichts mehr da.
    Wissen Sie, dass jedes Menschenleben, im Grunde genommen, an so eine Grenze kommt, wo man fragt: Was hast du eigentlich? - Und da bleibt nichts, als das Heil Gottes in Jesus. Ich wünsche mir, dass Sie es haben.

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