2.Chronika 36,22+23 & Esra 1, 1-3a

  • Hallo,
    gestern ist mir beim Lesen in der Bibel aufgefallen das sich das Ende von 2.Chronika (Vers 22+23) am Anfang von Esra (Vers 1-3a) wiederholt!


    Kann mir jemand erklären was das zu bedeuten hat?
    Würde mich sehr freuen! :)


    Vlg Andi

  • Hallo Andi!


    Aber im ersten Jahr des Kores, des Königs in Persien (daß erfüllt würde das Wort des HERRN, durch den Mund Jeremia's geredet), erweckte der HERR den Geist des Kores, des Königs in Persien, daß er ließ ausrufen durch sein ganzes Königreich, auch durch Schrift, und sagen: So spricht Kores, der König in Persien: Der HERR, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben, und er hat mir befohlen, ihm ein Haus zu bauen zu Jerusalem in Juda. Wer nun unter euch seines Volkes ist, mit dem sei der HERR, sein Gott, und er ziehe hinauf.
    2.Chronika 36:22-23


    Ich will versuchen dir eine Antwort auf deine Frage zu geben. Nun, es ist schon echt erstaunlich, dass die Verse am Ende von 2.Chronika 36 mit den Versen am Anfang von Esra 1 nahezu übereinstimmen. Man kann daher vermuten, dass Esra auch der Autor der Chroniken ist, andererseits bildet das Buch Esra auch eine geschichtliche und inhaltliche Fortsetzung des 2.Buches der Chronika, außerdem muss es Gott sehr wichtig gewesen sein, diesen Vers zwei Mal im Wort Gottes niederschreiben zu lassen.


    Experten gehen von einem Abfassungsdatum der beiden Chronikbücher um 450-400 v. Chr. aus. Die angesprochenen Verse in Esra und 2.Chronika beschäftigen sich mit dem Aufruf des Königs Kores zur Rückkehr des Stammes Juda aus der babylonischen Gefangenschaft, um nach Jerusalem zu ziehen und dort den Tempel zu errichten. Die Wegführung zur Gefangenschaft nach Babel fand in drei Etappen statt. Die erste Etappe beginnt in der Regierungszeit Jojakims (2.Chronika 36,6; Jeremia 29; Daniel 1) im 606/605 v. Chr.. Die zweite Etappe findet unter Jojakin und die dritte unter Zedekia statt. Die Wegführung nach Babel endet dann mit dem Edikt Kores im Jahr 537/536 v.Chr., die 70 Jahre der Gefangenschaft, die Jeremia prophezeit hatte, waren also eingetroffen. Diese drei Etappen sind auch in 2.Chronika 36 ab Vers 5 beschrieben und empfehlenswert einmal nachzulesen.


    Gott hatte auch diesmal sein Wort eingehalten, denn er hatte in Jeremia 29 angekündigt, dass er Juda wieder zurückführen wollte.


    Warum waren es nun genau 70 Jahre Exil?


    Das Volk Israel sollte alle sieben Jahre ein sogenanntes „Sabbatjahr“ halten, in diesem Jahr sollten keine Weinberge und Felder bebaut werden, es sollte auch nicht geerntet werden, all diese Arbeiten sollten sie ruhen lassen. Doch offensichtlich hatten sie dieses eindeutige Gebot Gottes, was sich schon in der Schöpfung angedeutet wiederfindet, nicht eingehalten. Nun sollten in den 70 Jahren „seiner Verwüstung“ diese Sabbatjahre nachgeholt werden, Gott gebrauchte diese Wegführung und Knechtung seines Volkes also dazu, um es an seine Gebote zu erinnern.


    Alsdann wird das Land sich seine Sabbate gefallen lassen, solange es wüst liegt und ihr in der Feinde Land seid; ja, dann wird das Land feiern und sich seine Sabbate gefallen lassen. Solange es wüst liegt, wird es feiern, darum daß es nicht feiern konnte, da ihr's solltet feiern lassen, da ihr darin wohntet.
    3.Mose 26:34-35


    [...] daß erfüllt würde das Wort des HERRN durch den Mund Jeremia's, bis das Land an seinen Sabbaten genug hätte. Denn die ganze Zeit über, da es wüst lag, hatte es Sabbat, bis daß siebzig Jahre voll wurden.
    2.Chronika 36:21


    Das 2.Buch der Chronika endet also nicht in der Wegführung, sondern es endet mit dem Aufruf Kores, Gott ein Haus in Jerusalem zu bauen. Hier wird die Gnade Gottes sichtbar, das Ende ist gewisserweise optimistisch, es ist ein Lichblick am Ende des Buches. Im Buch Esra kommt es dann zur Umsetzung, der Tempel wird gebaut. Jedoch liegen zeitlich gesehen einige Jahre zwischen diesen beiden Büchern.


    Doch schon in Haggai 1,4 wird uns mitgeteilt, dass die Menschen mehr für die eigenen „getäfelten Häuser“ besorgt waren, als an dem Haus Gottes zu bauen. Diese Arbeit war mit Mühe und Aufopferung verbunden ( Haggai 1,8 ).


    Lieben Gruß


    Christian

    [align=center][b][font=Tahoma]"Übrigens, [...] freuet euch in dem HERRN!"

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