Matt 5, 29 ff

  • :D Ich habe nochmal eine Frage an die "1 zu 1 Ausleger" hier im Forum.
    Bitte fühlt euch nicht zu sehr provoziert, ich meine es nicht böse.
    Also, nun zur Sache. In Matt 5 ab Vers 29 steht folgendes :


    Zitat


    29Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf's von dir. Es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. 30Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.


    Was nun ? Kommen wir jetzt alle in die Hölle, weil wir uns nicht von unseren Gliedmaßen trennen mögen ?


    Grüße


    Kai

  • Hallo Kai!


    Ich möchte kurz auf deine Frage eingehen. Diese Verse aus der Bergpredigt des Herrn Jesus beinhalten einen ganz wichtigen und zentralen Aspekt, den wir alle beachten müssen. Und zwar geht es hier weder um aktive Selbstverstümmelung, weil wir einer Versuchung erlegen sind, noch um ein Leben in Selbstgeißelung oder etwas dergleichen. Ich glaube, der springende Punkt ist hier das „Selbstgericht“.


    „Wenn aber dein rechtes Auge dir Anstoss gibt, so reiß es aus und wird es von dir ...“ - Mat. 5,29


    Wie gesagt, keine Selbstverstümmelung, sondern Selbstgericht. Der vorherige Vers ist vielleicht eine Illustration dessen, was hier gemeint ist. Wenn ein Mann ein persönliches Problem damit hat, dass er sich in Gedanken verunreinigt, wenn er beispielsweise mit einer bestimmten Frau in Kontakt tritt und beginnt sich in seiner Gedankenwelt Bilder auszumalen, die ganz klar unmoralisch und sündig sind, dann gibt ihm wortwörtlich sein Auge ein Anstoss. Er hat, so sagt es die Bibel, auch durch dieses Begehren einer Beziehung oder eines geschlechtlichen Kontakts zu dieser Frau schon Ehebruch „in seinem Herzen“ begangen. Sein Auge hat ihn in diesem Fall zur Sünde verleitet.


    Man könnte hier unzählige Bespiele nennen, wo einem das Auge „einen Anstoss“ geben kann. Ich möchte hier noch kurz das Internet erwähnen. wie sieht es aus, wo gehen unsere Blicke hin, wenn wir so durch die Seitenwelt surfen? Welche „Klicks“ sind noch akzeptabel für uns? Wir sind ganz und gar nicht davor sicher, uns nicht zu verunreinigen, wir brauchen die Hilfe des Herrn.


    Jetzt ganz praktisch: Wenn du weißt, es gibt da bestimmte Dinge in deinem Leben, von denen du immer wieder zur Sünde verleitet wirst, dann musst du davon loskommen. Du musst dich ganz speziell von den Sachen, die dich zur Sünde verleiten, trennen. Anders geht es nicht. Das ist mit dem radikalen Aureißen des Auges und dem Abhauen der Hand gemeint. Die Dinge, mit denen du dich immer und immer wieder versündigst, die musst du sein lassen. Hier ist absolute Konsequenz gefordert. Und ich denke, da gibt es genug Dinge bei jedem von uns, wo wir dringend einmal mit ins Selbstgericht gehen müssen.


    Bei Hiob finden wir eine sehr schöne und wirklich vorbildliche Verhaltensweise, er hatte mit seinen Augen einen Bund gemacht, um sich nicht durch seine Blicke zu versündigen.


    Hiob 31:1 Ich habe mit meinen Augen einen Bund gemacht, und wie hätte ich auf eine Jungfrau geblickt!


    Was ist mit dem Leib, der in die Hölle geworfen wird? Der vorherige Teil des Verses macht zwei Dinge klar. Entweder ich übe Selbstgericht und trenne mich von den Dingen, die mich immer wieder zu Sünden und Problemen führen, oder ich lebe in dauerhafter Sünde, indem ich meiner „alten“ Natur (meinem Fleisch), meinem Ich, so richtig Spielraum zum Sündigen gebe. Entweder ich folge dem Herrn nach, oder mein Weg endet unweigerlich in der ewigen Verdammnis. Denn wenn wir ihm nachfolgen, dann ist es ganz gewiss unser Wunsch, den Herrn durch unser Verhalten zu ehren.


    Lieben Gruß
    Christian

    [align=center][b][font=Tahoma]"Übrigens, [...] freuet euch in dem HERRN!"

  • Hallo Christian,


    das sehe ich alles genauso, oder sehr ähnlich. Allerdings zielte meine Frage nicht wirklich darauf ab.


    Ich bin ja auch der Meinung, das man die Bibel auslegen muß. Und Du hast nun auch ein Beispiel gebracht, eine Auslegung. Aber wann, wie uns was legt man aus - und was nimmt man so wie es da steht ?


    Sage ich : Männer müssen nicht lange Haare haben, dann verdreh ich das Wort Gottes.
    Sage ich : Reiß Dir Dein Auge aus. Dann wird ausgelegt. "Ja, das musst Du so sehen".....


    Wer schreibt denn vor, welche Stellen 1 zu 1 umzuseten sind, und welche der Auslegung bedürfen ?


    Ich nehme die Bibel sehr ernst. Das kann ich auch von meiner Kirche behaupten. Manche "Christen" nennen uns >rechts-konservativ< weil wir doch tatsächlich an das glauben, was in der Bibel steht.
    Aus der "Brüderecke" werden wir wohl ganz anders eingeschätzt und ver bzw beurteilt.
    Für mich kann ich nur sagen, das mich interessiert, was der Wille Gottes ist, und nicht was in 2.Tim 4,13 steht. Nicht das mich der Vers nicht interessiert - aber der einzelne Vers allein ist nicht das Wort Gottes.
    Ich bin ja kein Muslim und kein Mormone. Meine Bibel wurde nicht von Gott auf goldenen Platten auf die Erde hinab gesand.
    Sicherlich gibt es auch Zitate Gottes in der Bibel, aber deshalb ist doch nicht jeder Buchstabe von Gott vorgegeben - sonst dürfte es ja noch nichteinmal Übersetzungen geben.


    "Die Summe Deiner Worte sind Wahrheit"


    Grüße


    Kai

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