Nüchternheit

  • Zitat

    Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi. 1. Petrus 1,13


    Hallo zusammen,


    dieser Aufruf des Petrus an die Christen hat mich einige Zeitlang beschäftigt.


    Vielleicht könnten wir uns mal Gedanken machen, was es heißt ein Leben in Nüchternheit zu führen?


    Wieweit streckt sich diese Nüchternheit in mein praktisches Leben?


    Heißt es nur nicht betrunken zu sein?


    Was meint Petrus bzw. die Bibel mit nüchtern?


    Dies nur als Gedankenanstöße.


    Würde mich über eine rege Unterhaltung freuen.



    P.S. habe mir mal letztens Themen aus „früheren“ Zeiten durchgelesen. Da wurde ja richtig diskutiert. Mittlerweile ist es irgendwie ruhig geworden. Schade.

    Zitat

    Sag nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.
    Matthias Claudius

  • Hallo Viktor
    Ich finde es einfacher zu zeigen was Unnüchternheit ist. Nüchternheit ist dann einfach das Gegenteil davon. ;)


    Die Bibel sagt nicht ausdrücklich, dass Wunder oder Massenbekehrungen in unserer Zeit nicht mehr vorkommen. Wer dann aber Leuten glaubt, die behaupten, dass mittlerweile halb Kolumbien christlich ist, oder dass ein Prediger jemanden heilen kann indem er ihm sein Taschentuch gibt, der ist auf jeden Fall sehr unnüchtern.


    Nebenbei: Die Beispiele habe ich gerade nicht komplett selbst erfunden!


    Viele Grüße, Norman

    Siehst du die brausenden Wellen?
    Siehst du wie sie alle an den Klippen zerschellen?
    Und bäumen sie sich noch einmal auf
    und spritzen noch einmal höher hinauf;
    So müssen sie doch ins Meer hinausgleiten,
    und verlieren ihre Kraft in den endlosen Weiten.

  • Hallo Victor, gute Fragen ...


    Es gibt ja neben deiner angeführten Stelle noch eine ganze Reihe anderer Bibelstellen, die zur „Nüchternheit“ auffordern. 1. Tim 3, 11 spricht sogar speziell die Frauen an, und, wie ich meine, aus gutem Grund. :( Wäre aber ein extra Beitrag.


    Ich verstehe die Stellen durchaus nicht nur als geistliche Anwendung, sondern auch ganz praktisch als Folge von überhöhtem Alkohol“genuß“.
    Ein betrunkener Mensch ist nicht mehr Herr über sich selbst, er wird fremdgesteuert von seinem vernebelten Gehirn. Seine Reaktionen sind verlangsamt, sein Beurteilungsvermögen nicht mehr vorhanden, seine Denkfähigkeit stark bis ganz getrübt, seine sexuelle Hemmschwelle fällt, seine Sprache ist undeutlich, sein Verhalten unkontrolliert ...


    Der nüchterne Mensch soll von den krassen Gegenteilen wie Selbstbeherrschung und Selbstkontrolle beherrscht werden. Er ist besonnen, realistisch, ernsthaft, vernünftig ...

    Für mich verstehe ich das so: wenn mein Leben/Tun/Denken vom Wort Gottes bestimmt wird, wenn ich ein geübtes Ohr habe, um die Stimme meines HERRN zu erkennen, wenn ich um seinen Willen für mich als sein Kind weiß, dann sind das die besten Voraussetzungen, um „nüchtern“ zu sein.
    Dann kann ich nicht mein klares Beurteilungsvermögen durch eine spektaküläre „neue“ Auslegung/Anwendung der Bibel verlieren, durch sensationelle Heilungen, dann laufe ich nicht zweifelhaften religiösen Lichtgestalten hinterher. Mein geistlicher Sinn ist nicht getrübt, sondern beurteilt klar und sachlich, was Gott dazu sagt.


    Und wie kann ich diese Gesinnung kriegen und wach halten? Kommt drauf an, was ich dafür zu mir nehme. Gutes frisches Wasser, vernünftige, unverfälschte Milch = das Wort Gottes? Das hält mich nüchtern.
    Oder Alkohol, verpackt im Internet, in Jugendzeitschriften, Sektenlektüre, in Zeitschriften, die mit schlauen Artikeln das Denken manipulieren und Toleranz verabreichen zu Dingen, die Gott klar verurteilt?
    Dadurch wird man nicht nüchtern, sondern „trunken“.


    Aus dem 1. Thessalonicherbrief:
    5,4 Ihr aber, Brüder, seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreife; 5,5 denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir gehören nicht der Nacht noch der Finsternis. 5,6 Also lasst uns nun nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern sein. 5,7 Denn die da schlafen, schlafen bei Nacht, und die da betrunken sind, sind bei Nacht betrunken. 5,8 Wir aber, die dem Tag gehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung des Heils. 5,9 Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus, 5,10 der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben. 5,11 Deshalb ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut.


    Lieben Gruß, Vroni :]

  • Nüchternheit heißt auch: Sich auf etwas zu konzentrieren und sich von diesem durch nichts abbringen zu lassen. So wie es Paulus an einer Stelle sagt: auf ein Ziel zu laufen ohne sich mit weltlichen Dingen zu beschweren, so wie es ein Sportler auch macht.


    Wie Vroni schon erwähnte, ist diese Nüchternheit stets Einflüssen um uns her ausgesetzt. Der Satan versucht durch alle möglichen Dinge uns diese Nüchternheit zu rauben.


    Ich habe mal von Stalin gehört, dass es seinen Elitesoldaten verboten war ein Mädchen zu haben, er begründete es damit, dass dadurch die Konzentration der Soldaten stark nachlässt. Denn sie sind mit Gedanken nicht beim Kampf sondern bei dem Mädchen.


    Wie viel wichtiger ist der Kampf den wir jeden tag zu führen haben. Umso wichtiger ist es hier, dass wir nüchtern sind und uns durch nichts in einen unnüchternen Zustand bringen lassen.

    Zitat

    Sag nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.
    Matthias Claudius

    Einmal editiert, zuletzt von Viktor ()

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