Gebet für Tote?

  • für Tote beten ist meiner Meinung nach absolut falsch.


    Jemand ist nach seinem Tod entweder gerettet oder nicht. Ein Zwischending gibt es nicht und verändern wird sich das auch nicht mehr.


    Ich gehe sogar so weit, dass ich sage, dass es eine Form der Gotteslästerung ist, wenn man für Tote betet.
    Einfach deshalb weil man sich über alles, was Gott gesagt hat bezüglich der Notwendigkeit einer eigenen Entscheidung hinwegsetzt. Und vor allem deshalb weil man sich über das kommende Gericht vor dem Großen Weißen Thron hinwegsetzt und das Urteil quasi lächerlich macht, weil man ja darum bittet, dass ein verlorener Toter gerettet werden soll.


    Es tut mir leid, wenn sich durch diese Worte jemand auf den Schilps getreten fühlt. Aber für Tote zu beten gehört zu dem größten Quatsch, den es in der (Namens-)Christenheit gibt.

  • erstmal ist es so das wir an keiner Stelle der Bibel finden, dass wir für Tote beten sollen. Wir finden auch nirgendwo ein Gebet für Tote. Alleine schon deshalb ist ein Gebet für Tote unbiblisch, weil es dafür an einer biblischen Grundlage fehlt. Und das eine biblische Grundlage erforderlich ist, dass sehen sicher fast alle in diesem Forum so.



    Nach dem Tod steht ein Mensch entweder vor dem Preisrichterstuhl Christi (den finden wir in 2. Kor. 5 müsste Vers 10 sein) oder vor dem Großen Weißen Thron (Off. 20, 11ff). Andere Gerichte (die für den Menschen nach dem Tod kommen) gibt es in der Bibel nicht. Es ist aber eindeutig, dass bei jedem Menschen nach dem Tod das Gericht folgt (Heb 9,27).
    Die Schlussfolgerung ist ganz klar und wird auch durch verschiedene Bibelstellen wie Joh 3,36 überstützt: Es gibt nur diese beiden Möglichkeiten. Es ist auch ganz klar, dass beide Gerichte jeweils eindeutig und endgültig sind. Wer in den Himmel kommt, der bleibt da. Das ergibt sich schon zwingend aus der Heilsicherheit, die jeder Christ haben darf. Wenn Du dazu Fragen hast, dann kann ich das gerne näher begründen. Dazu findest Du aber auch im Internet sehr viele gute Abhandlungen. Suche einfach mal bei soundwords.de oder bibelkommentare.de.
    Es bleibt also die Frage, ob jemand aus der Hölle (d.h. dem Feuersee) gerettet werden könnte.


    Auch das ist eindeutig mit nein zu beantworten. Wenn Du die Stelle in Off liest, dann siehst Du klar, dass die Menschen nach ihren Werken gerichtet werden. Wer nicht im Buch des Lebens steht, kommt in den Feuersee. Ein "Wiedereinschreiben" in das Buch des Lebens kennt die Bibel nicht. Wer gelöscht wurde, der wurde gelöscht und da ändert sich nichts mehr dran.
    Es gibt überhaupt keinen biblischen Grund anzunehmen, dass sich an dem Gericht vor dem Großen Weißen Thron noch irgendwas ändern könnte. Das ergibt sich doch aus sehr vielen Bibelstellen. Als Beispiel führe ich Joh 3,36 an. Hier ist doch ganz klar, dass derjenige, der dem Sohn glaubt, ewiges Leben hat und der nicht glaubt, der hat keine Chance zu Errettung mehr. Er "wird das Leben nicht sehen". "Der Zorn Gottes bleibt auf ihm". Da gibt es überhaupt keine Änderung mehr. Und wenn man jetzt Gott darum bittet, einen Verlorenen Menschen noch zu erretten ist das Gotteslästerung. Weil dann sagt man doch ganz klar, dass Gott in Joh 3,36 (und in vielen anderen Stellen) gelogen hat. Und Gott sagt auch an vielen Stellen, dass sich der Mensch selbst entscheiden muss. Man kann die Entscheidung niemandem abnehmen und man kann auch nicht einen anderen "für sich entscheiden lassen". Auch das ergibt sich aus vielen Stellen. Als Beispiel führe ich mal Rö 10,9 an.



    Das ist jetzt nur das, was ich heute abend noch schnell zusammen schreiben konnte. Wenn noch Fragen sind, dann können wir gerne auf eine biblischen Grundlage die Diskussion weiterführen.

  • Hi,


    nun, ich führte in letzter Zeit auch eine Diskussion mit einer älteren Dame über eben dieses Thema. Aufhänger des ganzen war die Stelle aus 1. Petrus 3:


    18 Denn es hat auch Christus einmal für Sünden gelitten7, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns8 zu Gott führe, zwar getötet nach9 dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. 19 In diesem ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt, 20 die einst ungehorsam gewesen waren, als die Langmut Gottes in den Tagen Noahs abwartete, während die Arche gebaut wurde, in die10 wenige, das sind acht Seelen, durchs Wasser hindurchgerettet wurden.


    Eine wie ich finde sehr schwierige Stelle!


    Vieleicht kann mir ja jemand hier sagen, was diese Stelle zu bedeuten hat.


    danke lakost

  • diese Stelle wird sehr gerne genommen um irgendwelche falschen Lehren wie zum Beispiel die Allversöhnung oder das Fegefeuer etc. zu begründen.
    Zugegebenermaßen ist die Stelle nicht so ganz einfach zu verstehen. Wenn man nur Vers 19 und den Anfang von Vers 20 liest, dann kommt man leicht auf die falsche Fährte. Das dürfte auch der Grund für die meisten falschen Auslegungen sein. Ich denke, es ist wichtig zu beachten, dass die Verseinteilung von Menschen der Bibel hinzugefügt worden ist. Deshalb sollte man niemals ein paar Verse aus dem Zusammenhang herausgenommen interpretieren wollen. Das funktioniert nicht. Es ist immer nötig den Zusammenhang zu beachten.


    Zuerstmal finden wir hier sicher kein Gebet für einen Toten. Auch finden wir keine Anweisung für Tote zu beten.


    Nach diesen einleitenden Worten stelle ich jetzt kurz da, wie ich die Stelle verstehe. Weil es viele verschiedene Meinungen zu dieser Stelle gibt, gehe ich auch kurz auf mir bekannte und (soweit ich das beurteilen kann) verbreitete Irrtümer ein.
    Oft wird behauptet, dass Jesus den Toten im Hades das Evangelium predigte, damit diese noch gerettet werden können. Diese Behauptung ist aber letztlich frei erfunden. Das steht überhaupt nicht in diesem Text und auch sonst nirgendwo in der Bibel.
    Auch ist es falsch zu behaupten der Geist aus Vers 19 sei der menschliche Geist des Herrn Jesus, was auch manchmal behauptet wird. Es ist doch ganz klar aus Vers 18 zu erkennen, dass es sich hier um den Heiligen Geist handeln muss.


    Es gibt sicher noch so einige falsche Lehren, die sich auf diese Stelle berufen, aber darauf möchte ich nicht weiter eingehen.


    Als Jesus den Geistern gepredigt hat, waren diese überhaupt gar nicht im Gefängnis! Er hat den Geistern gepredigt, die JETZT im Gefängnis sind aber wenn man genau liest, dann sieht man doch ganz klar, dass das schon vorher stattgefunden haben muss. Es ist doch auch deutlich, wer diese Geister sind. Es handelt sich nicht um alle gottlosen Toten seit tausenden von Jahren, sondern um Ungehorsame aus den Tagen Noahs. Die Predigt fand auch nicht durch den körperlich gegenwärtigen Jesus statt, sondern im Heiligen Geist. Das "Werkzeug" dieser Predigt war Noah (2. Pet 2,5)

  • Hey,


    ich habe heute mal im Internet geschaut und von bibelkommentare.de ein Text gefunden denn ich jetzt einfach mal noch dazu einfügen möchte:

    Zitat

    Was bedeutet, dass der Herr den Geister, die im Gefängnis sind, predigte?


    Ich weiß wohl, dass Kirchenväter wie Atanasius, Cirillo, Clemens usw. glauben, dass der Herr Jesus zu den Toten im Grabe gegangen sei, um ihnen die herrliche und frohe Botschaft Seines Werkes am Kreuze zu verkündigen und jenen somit die Möglichkeit zu geben, gerettet zu werden. So hat auch die heutige Christenheit vielfach diese Lehre übernommen. Damit ist aber diese Auslegung nicht erwiesen! Wir müssen sie vielmehr aufs entschiedenste ablehnen und zwar aus folgenden Gründen: Die Verse 1. Petrus 3,18-22 sind im Zusammenhang zu lesen. Christus, der Gerechte, hat ein für allemal für die Ungerechten gelitten. Er wurde gekreuzigt, starb und wurde begraben; aber der Geist Gottes war es, der Ihn lebendig machte. Die Worte "in dem" beziehen sich also auf den Heiligen Geist. Der "Geist des Christus" ging seinerzeit hin und predigte den Zeitgenossen Noahs. Noah war das Werkzeug, um diese Menschen vor dem kommenden Gericht zu warnen. So ist es auch heute. Christus redet nicht persönlich zu den Menschen, sondern durch den Heiligen Geist. Er redet zu ihnen zu ihren Lebzeiten. Aber die Zeitgenossen Noahs verachteten die Botschaft Gottes, darum verfielen sie dem Gericht und sind nun im Gefängnis; aber keiner ist dort, der nicht zuvor die Gnadenbotschaft gehört hätte. Was geschieht nun mit den Menschen, die heute Gottes Gnadenbotschaft verwerfen? Ihr Teil wird dasgleiche sein, wie das der Zeitgenossen Noahs: das Gefängnis, der Hades. Nach dem Tod kommt das Gericht, sagt Gottes Wort (Heb 9,27); also keine Gelegenheit mehr, gerettet zu werden. Das erfragte Wort ist also nicht anders zu verstehen als: "Der Geist des Christus in Noah predigte den Menschen (leider umsonst), und darum sind ihre Geister heute in Finsternis gebunden im Hades (Gefängnis)." Gibt es eine Bibelstelle, die besagt, wie, wo und wann diese Geister wieder aus dem Gefängnis herauskommen werden? Ich wüsste keine. Es ist eben nicht zu leugnen: der Unglaube verfällt dem Gericht.

    Adolf Küpfer

    Be happy, Jesus love you!


  • den zitierten Text finde ich bis auf den Teil


    Zitat

    Gibt es eine Bibelstelle, die besagt, wie, wo und wann diese Geister wieder aus dem Gefängnis herauskommen werden?


    sehr gut.


    Ich denke sehr wohl, dass die Geister wieder aus dem Hades raus kommen. Nämlich dann wenn das Gericht vor dem Großen Weißen Thron kommt. Und danach kommt der Feuersee (d.i. die Hölle). Das ergibt sich aus Off 20
    Man muss hier schon aufpassen und Hades nicht mit der Hölle gleichsetzen, auch wenn das leider manche Bibelübersetzungen tun.

  • ich find die auslegung von herrn küpfer ja interessant... ne schwere stelle halt und so oder so ähnlich sind die meisten auslegungen. da es auch für mich ganz klar für einen gestorbenen keine chance mehr zur umkehr gibt, muss der vers also eine andere bedeutung haben und ich denke die ausleger haben da wohl ins schwarze getroffen:)


    danke für eure beiträge

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