Beiträge von Michael

    „Lasst uns zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, seine Schmach tragend.“ (Hebr. 13,13)


    Hallo @ all,


    was lange währt, wird (hoffentlich) endlich gut … ;) Deshalb will ich mal Vronis und auch meiner eigenen Aufforderung Folge leisten und zu der angegebenen Bibelstelle etwas verfassen.
    Dazu ist es nötig, die vorherigen Verse mit einzubeziehen, bzw. auch einen kurzen Überblick über den Brief an die Hebräer zu geben.
    Ich erhebe wie immer keinen Anspruch auf Absolutheit. Ein jeder soll prüfen, was er liest, nachdenken, korrigieren oder ergänzen.


    Was sind die Grundzüge des Briefes an die Hebräer?
    Die Bezeichnung Hebräer wurde für Juden in Palästina verwendet, die sich aus dem Judentum zum Christentum bekehrt hatten. Sie lebten unter großen Verfolgungen ihrer eigenen Landsleute. Einer der wichtigsten Aspekte des Briefes ist der Appell, nicht müde und schlaff im Glauben zu werden. Ein Rückfall in das gesetzliche Judentum, weg von der Gnade Gottes, wäre die drohende Folge, und einige der Hebräer erwägten sogar bereits real diesen Gedanken. Deshalb ist oft die Rede von „Ausharren“ und „den Glauben festzuhalten“. Sehr ernst wird auch von denen gesprochen, die sich formal zum Christentum bekannten und dann wieder in das Judentum zurückkehrten. Sie konnten keine Gnade mehr finden.


    Worum geht es in diesem Abschnitt aus Kapitel 13?
    Hier spricht der Schreiber noch einmal spezielle Ermahnungen an die Hebräer aus. Darunter auch die besagte aus V. 13, „aus dem Lager hinauszugehen und „Christi Schmach zu tragen“.


    Hier ein kurzer Überblick über die Verse 8-14, um den Zusammenhang besser zu verstehen:


    Vers 8 macht deutlich wer es ist, der derselbe gestern, heute und in Ewigkeit sein wird: Jesus Christus, der Mittelpunkt ihres und unseres Glaubens. Er ist unser Herr in einem einzigartig vertrauten, persönlichen Verhältnis, nicht ein unpersönlicher, ferner Gott.


    Vers 9 Wenn der HERR der alleinige Mittelpunkt unseres Glaubens ist, wie können wir uns dann von „mancherlei und fremden Lehren“ fortreißen lassen? Der HERR kann niemals das Zentrum von verschiedenen Lehren sein. Die wahre Erkenntnis des Herrn Jesus befestigt die Herzen eines jeden Gläubigen, wodurch andere Dinge ihre Anziehung verlieren und wir bewahrt bleiben vor der Entfernung unseres Glaubensmittelpunktes, dem Herrn Jesus.
    Wäre dies bei den Hebräern der Fall gewesen, hätte der Heilige Geist uns die Aussagen ab Vers 9 vielleicht nicht mitgeteilt. Aber umso besser für uns, dass wir so warnende und ernstzunehmende beispielhafte Personen für unser Glaubensleben haben dürfen.


    Die Hebräer standen auch in der Gefahr, fremde Lehren aus ihrer früheren „Religion“, dem Judentum, mit der „gesunden Lehre“ des Evangeliums zu vermischen. Darauf deuten die „Speisen“ hin. In 3. Mose 7 lesen wir, dass nicht nur die Priester das Vorrecht besaßen, Stücke von den Opfern zu essen, sondern auch die, die die Opfer darbrachten. Das liegt in dem Ausdruck „sie aßen vom Altar“.
    Nun mag es im frühen Christentum, vor 70 AD, Juden gegeben haben, die ihre zum Christentum konvertierten Landsleute, also wahre Gläubigen, die das bessere Teil erwählt hatten, ärgerten, indem sie ihnen aufzeigten, dass sie nun nicht mehr einen Anteil an den Opfern auf den Altären in Anspruch nehmen konnten.


    Vers 10 macht aber dann unverkennbar klar, dass die wahren Gläubigen und damit auch wir, ebenfalls einen Altar haben, der aber nicht visuell wahrnehmbar ist, da er geistlich gesehen wird. Er ist immateriell, aber zum besseren Teil gehörend - der Tod Jesu Christi.
    Die Altäre der Patriarchen und Juden, die allein von Gott genehmigt und gewünscht waren, waren Abbilder von Jesu Tod am Kreuz. Wir essen insoweit von dem Altar, als dass wir jede geistliche Segnung von ihm entgegennehmen und ebenso sein Fleisch und Blut trinken, d. h., seinen Tod uns geistlich angeeignet haben (Joh 6,54). (Das Mahl des HERRN ist übrigens lediglich ein Bild dieser geistlichen Aneignung des HERRN Todes.)
    Von diesem Altar und den übrigen christlichen Privilegien haben wiederum die Juden kein Anrecht zu essen, ausgenommen, es liegt schon eine innere Umkehr zum „besseren Teil“ vor, dem Glauben an den Herrn Jesus Christus! Dann essen auch sie zugleich - im Bild - von „unserem“ Altar.


    Vers 11 erinnert uns daran, dass unter Gesetz am Versöhnungstag bestimmte Tiere geschlachtet und ihr Blut dann durch den Hohenpriester ins Allerheiligste getragen wurde, während ihre Leiber außerhalb des Lagers verbrannt wurden.


    Im Vers 12 finden wir ein Indiz dafür, dass diese Opfer typologisch auf den HERRN hinwiesen, wenn es heißt „darum hat auch Jesus…“. Der HERR litt außerhalb des Lagers, um dort durch sein Blut das Volk zu heiligen. Während des Wüstenirrens des Volkes Israel galt dieser Bereich allerdings als unheilig. Doch obwohl wir durch die Verbindung des Christus nach altem Bund eigentlich unheilig werden müssten, sind wir geheiligt.


    Deshalb werden sie in Vers 13 schließlich aufgefordert den Ort außerhalb des Lagers, also auswärts des Judentums, wo Christus sich aufhält, stets aufzusuchen und seine Schmach zu tragen. Nur dort können sie sich mit Christus identifizieren.


    Schließlich finden wir in Vers 14 noch den Hinweis, dass wir hier keine bleibende Stadt haben, sondern die zukünftige suchen. Das heißt, dass wir hier auf der Erde kein geographisch festgelegtes geistliches Zentrum haben, wie es das innerhalb des Lagers ist, sondern dass wir uns nach der himmlischen Stadt, dem neuen Jerusalem sehnen.


    Anwendung auf uns heute
    Wie können wir den Vers heute auf uns beziehen, wenn er doch vom Judentum und dessen religiösem Zentrum spricht? Ganz einfach: Mit dem Lager können wir auch derzeit alle religiösen Verführungen identifizieren, die z. B. eine Erlösung von Sünden auf Werken oder Ritualen oder ähnlichen Vorstellungen basierend, lehren. Alle Elemente, die das moderne Kirchensystem enthält und buchstäblich gegen das Wort Gottes reden, können mit dem Lager charakterisiert werden - von dem wir uns trennen sollen!


    Liebe Grüße,
    Michael



    Bibliographie
    Hole, F. B., Grundzüge des Neuen Testaments (Bd. 5: Hebräer - Petrus)
    MacDonald, William, Kommentar zum Neuen Testament
    Prof. Zane C. Hodges, Kommentar zum Hebräerbrief (Walvoord Bibelkommentar)

    Der eine Politiker so, der andere so....


    Hi Axel,


    1. danke für das Lob! Alllerdings gebührt es nicht mir, sondern dem weiter oben angegebenen Verfasser: M. Schneider. Leider hatte ich vergessen, es ordnungsgemäß zu zitieren...habe es schon nachgeholt. Trotzdem: nochmals vielen Dank! :D


    2. Der dir ins Auge "gesprungene" Satz sollte nicht zur Diskussion anregen, sondern zum Nachdenken. Vroni bezog sich in ihrer Aufforderung auf folgende Aussage von mir, die sie übrigens auch zitierte:


    Zitat

    Original von Michael
    Inhaltlich hat diese Stelle m. E. nach zunächst nichts damit zu tun, auch wenn sich die Begriffe annähern. Allerdings wäre es sicher dienlich und gewinnbringend, sich einmal über diese Stelle auszutauschen!


    Lieben Gruß,
    Michael

    Hallo @ all,


    keine neue Nachricht, aber leider doch erwähnenswert, kommt doch der Kreationismus (im allg. und insb. der bibl.) in den letzten Jahren immer öfter ins zentrale Kreuzfeuer der Kritik.
    Vor ein paar Monaten hörte ich, dass auf einer Tagung von Wissenschaftlern darüber beraten wurde, dass der Kreationismus verboten werden solle - inwiefern, sei erst mal dahingestellt.
    Nun hat ein Mathematik-Professor von der Universität in Amiens, Guy Lengagnes, einen Bericht an den Europarat über die Gefahren des Kreationismus, letztlich nicht nur in Bezug auf Bildung (worauf ihn der Titel beschränkt), sondern auch auf gesellschaftliche Entwicklungen (teils anhand von Bsp.) gesendet. Interessierte können den Bericht hier nachlesen (engl.).


    Der zweite Absatz fängt schon interessant und ironisch an und wird dann immer überspannter... Leider haben diese kein Auge für den wahren, bibl. Kreationismus, der Wissenschaft nicht ausschließt, sondern nur die säk., evolutionistisch-geprägten, weltanschaulich-theoretischen gedankenmodellierten, vermeintlichen Entdeckungen, die auf den (experimentell) nachweisbaren Forschungen und Entdeckungen in der Wissenschaft aufgebaut werden und letztlich zu einer Theorie kommen, die dem bibl. Schöpfungsmodell oder anderen Theorien gleichgestellt sein müsste, nur ist sie die in der Welt ausgeprägteste und am meisten verbreitetste, da sie die schlüssigste zu sein scheint. Daher nimmt diese Theorie einen solchen Rahmen und einen „Alleinvertretungs-“ bzw. Absolutheitsanspruch an...
    Nun ja, auf Welt-Online kann man eine kurze Stellungnahme seitens des Europarats, bzw. Welt-Online nachlesen: Europarat will Kreationismus nicht verdammen.


    Kommentieren muss und werde ich die Sache jetzt nicht weiter. Jeder denke sich seinen Teil - und/oder teile ihn uns mit.


    Etwas falsch oder unverständlich dargestellt? Dann bitte Korrektur oder Hinweis!


    Lieben Gruß,
    Michael

    Hi Dennis,


    Zitat

    Nun wurde letzten Sonntag in der Anbetungsstunde auch folgene Bibelstelle aus Hebräer 13 gelesen, dort heißt es in Vers 12 und 13:


    "Darum hat auch Jesus, auf dass er durch sein eigenes Blut das Volk heiligte, außerhalb des Tores gelitten. Deshalb laßt uns zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, seine Schmach tragend."


    Inhaltlich hat diese Stelle m. E. nach zunächst nichts damit zu tun, auch wenn sich die Begriffe annähern. Allerdings wäre es sicher dienlich und gewinnbringend, sich einmal über diese Stelle auszutauschen!


    Da ich kein Philologe bin, wusste ich zunächst auch nicht, wo diese Formulierung herkommt. Demzufolge habe ich mich erkundigt und bin zu Ralf Christians Entdeckungen entsprechenden Ergebnissen gekommen, ich fasse einfach nochmal zusammen:


    1. schon vor 400 Jahren hat Paul Gerhardt diesen Begriff verwendet. Er schien damals nicht nur in kirchlich-christlicher Gesellschaft verwendet worden zu sein, auch wenn man heute über das Wort per se in säkularer Literatur nicht viel findet:


    Ihn, ihn lass tun und walten, er ist ein weiser Fürst
    und wird sich so verhalten, dass du dich wundern wirst.
    Wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat
    das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat.
    (aus „Befiehl du deine Wege“ von Paul Gerhardt)


    2. hinausgeführt bedeutet dem- und sinngemäß nichts anderes als ausgeführt: Der Herr Jesus hat das Werk (vollkommen) ausgeführt/zu Ende gebracht/ist nicht auf halbem Weg stehengeblieben.


    3. es mag sein, dass der Ausdruck in späteren („brüdergemeindlichen“) Generationen Anklang fand, stark geprägt wurde, sodass er etwa im 19./20. Jahrhundert unbeabsichtigt zur „kanaanäischen Terminologie“ hinzugenommen wurde. :] Daher kann es vorkommen, dass er heute noch im Sprachgebrauch älterer Brüder oder auch Schwestern vorhanden ist und verwendet wird - was leider zu Missverständnissen bei jüngeren Altersgruppen führen kann. :]


    Liebe Grüße,
    Michael



    P.S.: Vielen lieben Dank meinem Vater und insbesondere Vroni, die mir bei der Recherche sehr hilfreich waren!



    P.S.: Brauchen wir bald einen Ausleger, da unser Wortschatz schon solche Ausmaße angenommen hat, dass wir ihn selbst nicht mehr verstehen? - das kann leicht passieren.
    Daher hier ist noch eine kleine hilfreiche Liste, einmal seine Formulierungen zu überdenken:


    Hallo Norbert, herzlich willkommen im Forum!


    Vielleicht wunderst du dich, dass bisher noch keine Antwort gekommen ist. Es könnte daran liegen, dass das Thema schon einmal behandelt wurde. Du kannst es hier nachlesen.
    Wenn deine Fragen dennoch unbeantwortet bleiben, melde dich bitte!


    Liebe Grüße,
    Michael

    Hallo Michael und Viktor,


    vielen Dank für den ausführlichen Bericht! Dass die Täter so extrem - und wahrscheinlich noch viel brutaler als uns beschrieben - vorgegangen sind, wusste ich bisher noch nicht, wobei ich natürlich davon ausgegangen war.


    Auch bei uns in der Gemeinde wurde und wird sehr viel für die Angehörigen und Täter gebetet. Insbesondere deswegen, da Tilman aus naher Umgebung kommt (Wienhausen) und sein Bruder früher öfter bei uns in der Gemeinde war.


    Wer an dem Gedenkgottesdienst (FeG Wienhausen) interessiert ist, kann sich die Predigt hier herunterladen:


    als pdf
    als mp3


    Liebe Grüße,
    Michael

    „Wenn der Satz „Jesus lebt“ geglaubt würde, müssten den Christen eigentlich Flügel wachsen, die Gemeinden müssten vor Kraft strotzen, ihre begeisterten Mitglieder müssten an Ostern durch die Straßen rennen und jedem ins Ohr brüllen: »Gott lebt! Wirklich, er lebt!« Stattdessen stehen sie mit allen anderen im Stau auf der Autobahn.“


    Hi Marek,


    du brauchst dich nicht aufzuregen. Thorsten (User1211) hat gar nicht geschrieben, dass du einen Robert kennst. Robert selbst hat lediglich geschrieben, dass er jemanden kennt, der auch solch eine Tour gemacht hat und Thorsten bezog sich in seinem Beitrag auf ihn (den Bekannten von Robert, der selbstverständlich nicht du bist).


    Da du auf deiner Tour offensichtlich doch öfter ins Internet kannst, erzähl uns doch bitte noch ein bisschen von der North Sea Cycle Route, die du gerade machst. Ich finde es interessant und spannend; danke für deine bisherigen Berichte! Der HERR möge dich auf dem Rest der Tour bewahren und wieder heil und gesund nach Hause zurückbringen!


    Liebe Grüße,
    Michael

    Zitat

    Original von Marek
    Hallo Zusammen!


    meiner Ansicht nach gibt es unchristlcihe Berufe. Immoment fallen mir da nur zwei Beufe ein, die ein Christ bicht ausüben sollte. Da sind ein mal der Beruf des Frisörs und des Semann (auch Matrose gennat). Denn ein Christ kann kein Semann werden, aber ein Seemann kann Christ werden.


    Marek


    Hallo Marek,


    wie kommst du darauf, dass ein Christ nicht den Beruf des Friseurs/der Friseuse ausüben sollte? Und warum sollte ein Christ nicht Seemann werden? Deine letztere Begründung kann ich auf Basis dieser Argumentation leider nicht ganz nachvollziehen - denn dann hätte ein Christ kaum die Möglichkeit überhaupt einen Beruf ausüben zu können. Gibt es entsprechende Bibelstellen oder einfach sittlich-moralische Gründe dafür? Hast du die Berufe vielleicht bildlich gemeint oder habe ich dich einfach nur falsch verstanden?


    Lieben Gruß,
    Michael

    Hallo Marek,


    es ist schön, dass du hier in letzter Zeit freudig und fleißig mitmischst. Aber bitte achte darauf, dass Zitate immer deutlich gekennzeichnet werden sollten, ok? Das Zitat oben ist aus der "Folge mir nach" 4/2005, S. 4.


    Zitat

    Würde mich freunen wenn ihr eure Erfashrungen zu diesem Thema Beiträgt.


    Warum machst du nicht den ersten Schritt und erzählst uns deine Erfahrung? So kommt ein Thema meist besser ins Rollen und die anderen User wissen genauer darüber Bescheid, worauf du eigentlich hinaus möchtest.


    Lieben Gruß,
    Michael



    P.S.: Möchtest du hier nicht doch einmal auf die Frage eingehen?


    Quelle: Christliches Medienmagazin pro

    Zitat


    Original von talmida
    Es fällt mir immer wieder auf, daß allermeist nur die zweite Schöpfungsgeschichte erwähnt wird, wenn es um die Stellung von Mann und Frau geht... seltsam..
    Was ist denn mit 1.Mose 26ff?


    Hallo talmida,


    ich folge mal einem jüdischen Brauch und antworte dir mit einer Gegenfrage: Wenn es, wie du schreibst, zwei Schöpfungs"geschichten" in Genesis 1 gibt, wer entscheidet dann, welcher der richtige ist und welcher nicht, was buchstäblich erfüllt werden muss und was nicht? Warum privilegierst du den Ersten?


    Tipp: Versuche einmal Kapitel 1 und 2 unvoreingenommen von der Auffassung, dass es zwei Schöpfungsberichte gibt, zu lesen. Was erkennst du? Die Exegese von Vers 26 in Bezug zu 2,6ff sollte dann eigentlich kein kolossales Problem mehr darstellen.


    Lieben Gruß,
    Michael

    Zitat

    Es ist doch eh sinnlos. So heisst es doch in Thess., dass ich als nicht Gott-Gläubiger nicht mehr zurück zu Gott finden werde.


    Hi Alex,
    meinst du folgende Stelle aus dem 2. Brief des Paulus an die Thessalonicher 2,11? :


    „Und deshalb sendet Gott ihnen eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt haben, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit."


    Wenn du sagst, dass es eh sinnlos ist, da du als nicht Gott-Gläubiger eh nicht mehr zurückfinden wirst, dann hast du damit teilweise Recht. Denn diese Stelle bezieht sich nicht auf die jetzige Zeit, sondern auf die Zeit der siebenjährigen Trübsal (2 x 3 1/2 Jahre, vgl. 2,6-8; Daniel 9,27; 12,7; Off 11,2-3), die nach der Gnadenzeit, in der wir uns momentan befinden, folgt. Wenn Gott heute schon Menschen verstocken sollte, dann liegt das wohl nicht daran, dass es nicht sein Wille ist, dass dieser errettet wird, sondern daran, dass dieser Gottes Angebote immer wieder ausgeschlagen hat. Gott bietet jedem Menschen mindestens zwei-, dreimal die Möglichkeit eine Entscheidung für Ihn zu treffen (vgl. Hiob 33,29; 1. Tim 2,4)!
    Dieser Vers 11 gilt für alle Menschen, die jetzt, also bevor Jesus Christus wiederkommt und seine Gemeinde (alle jetzigen, wahrhaft Gläubigen auf der Erde) zu sich nimmt (Entrückung), nicht der Botschaft der Bibel geglaubt haben. Diese Menschen werden, nachdem Jesus Christus wiedergekommen ist (Entrückung), verstockt, sodass sie nicht mehr dem Wort Gottes glauben können. Warum? Die Antwort findest du in Vers 10: weil sie die Wahrheit nicht annahmen! Das heißt, dass alle Menschen, die heute das Evangelium der Gnade abgelehnt haben, nie mehr die Möglichkeit haben werden, sich für Gott zu entscheiden - sie haben dann ihre Möglichkeiten verspielt. Dennoch, weil Gott so gnädig ist, wird während dieser siebenjährigen Trübsal wiederum Menschen die Möglichkeit gegeben, sich für Gott zu entscheiden (durch das Evangelium des Reiches, vgl. Matthäus 24,14). Aber dieses Angebot der Liebe und Gnade gilt dann nur Solchen, die bis zur Entrückung keine Möglichkeit hatten, sich für Jesus Christus zu entscheiden - aus welchen Gründen auch immer (z.B. diversen Urwaldstämmen, zu denen bisher nie das Evangelium gelangt ist.). Die Zeit der Trübsal wird wirklich schrecklich sein - es ist ein Teil des Gerichtes Gottes über alle wahrlich gottlosen Menschen. Da du offensichtlich eine Bibel hast, kann ich dir nur empfehlen, das einmal selbst nachzulesen (z.B. Offenbarung 6ff; Matthäus 24; Daniel 9 u.v.a.). Nach diesen 7 Jahren wird das 1000 jährige Reich (vgl. Off 20,1-10) aufgerichtet werden, in dem Jesus Christus selbst als König, von Jerusalem aus, die Erde regieren wird (vgl. Jes 2,3-4; Satan wird für diese Zeit gebunden werden) ... nach diesem Tausendjährigen Reich wird der Teufel noch einmal losgelassen, um die Menschen zu versuchen/verführen. Warum? Weil Gott keine Marionetten erretten will. Er will niemanden zwingen, sich ihm anzuschließen, Ihm zu gehorchen, Ihm Anbetung zu geben. Er möchte, dass sich Menschen mit ihrem ganzen Herzen zu Ihm wenden, auf Basis der freien Willensentscheidung!


    Warum schreibe ich dies alles, zudem in recht einfachen Worten?
    Weil ich deine Argumentation teilweise nachempfinden kann und nicht möchte, dass du (im Glauben) stagnierst. Du liest in der Bibel vom Exodus der Israeliten (1446 AC) und der Landeinnahme Kanaans/Israels (1406 AC). Liest von Kriegen und wie sich die Menschen dort teilweise abschlachteten und Unmengen von Blut vergossen.
    Wo liegt das Problem?
    Es liegt darin, dass du Gottes Wege mit seinem irdischen Volk (Israel) nicht verstehen kannst oder nicht verstehen willst. [Nebenbei bemerkt: Gott ist immer derselbe, sowohl gestern, als auch heute und in Ewigkeit (Mal. 3,6a; Hebr. 13,8 ). Bei ihm „ist keine Veränderung noch der Schatten eines Wechsels“ (Jak 1,17).]
    Bei der Sintflut (ca 2385 AC) musste, bis auf acht Menschen, die ganze Menschheit sterben, weil sie alle gottlos waren, in (geistliche) Hurerei verfielen, anderen Göttern nachgingen, ...
    Beim Auszug der Israeliten aus Ägypten wurden Nachzügler des Volkes Israel von den Amalekitern überfallen. Daraufhin „schwor" Gott den Amalekitern, dass sie ausgetilgt werden würden - weil sie Gottes Augapfel (Israel) angegriffen hatten (vgl. Sach 2,8 ).
    Ähnlich erging es uns Deutschen. Auch wir „vergingen" uns an Israel bzw. den Juden (WWII)! Was war die Folge? 40jährige Teilung Deutschlands! Verlust der vorher eroberten Ostgebiete! etc pp! Wer hatte darunter zu leiden? Prinzipiell das ganze Volk!
    Wichtig ist also: du solltest vielmehr untersuchen, was die jeweilige Intention des Handelns Gottes ist und nicht danach ausschauhalten, deine vermeintlich richtige Beurteilung des Wesens Gottes zu bekräftigen, wie es z.B. der „Ignorant“ (entschuldigt den Ausdruck) Richard Dawkins leider immer wieder tut, auch öffentlich...es ist seine Entscheidung und Verantwortung vor Gott!
    Ich kann dir nur empfehlen: beschäftige dich einmal unvoreingenommen mit den Evangelien, speziell Jesus Christus oder der Prophetie (aktuell vielleicht die zermürbende Iraksituation; dessen vorhergesagte komplette Zerstörung und den Fall Saddams und seiner Söhne, vgl. insbesondere Jes 13-14 und Jer 50-51) in der Bibel. Dann wirst du sehen, dass hinter allem eine gezielt geplante Absicht Gottes steht und, dass die Bibel Wahrheit ist!


    Gott hasst die Sünde (vgl. 1. Mo 6,6; 2. Mo 20,5; 2. Chr 24,20; Ps 53,1; Ps 101,3; Jes 43,24 u.v.a.), aber Er liebt den Sünder (Jer 31,3; Mark 10,21 u.v.a.)! Er liebt uns und auch dich so sehr, dass Er Seinen eingeborenen/einzigen/einzigartigen Sohn gab, um für unsere Sünden am Kreuz auf Golgatha zu sterben (30. März 33 AD), damit wir vor dem uns eigentlich zustehenden Gericht bewahrt werden und ewiges Leben mit und bei Ihm haben dürfen! Jeder der dieses Werk für sich ganz persönlich im Glauben, mit ehrlichem Herzen, annimmt, darf sich seiner Errettung bewusst sein und dem HERRN dafür Dank und Anbetung bringen (Joh 4,23)!


    Liebe Grüße,
    Michael

    Hallo @ all,


    ich wünsche allen Benutzern und Lesern dieses Forums gesegnete Weihnachtsfeiertage und jetzt schon einen ebenso gesegneten Start in das anstehende Jahr 2007 unter der Führung und Bewahrung unseres gemeinsamen HERRN mit Lk 2,52!


    Vielen Dank bis hierhin für eure Treue, Beteiligung, Unterstützung, Aufmunterung, Ermahnung aso!


    Liebe Grüße,
    Michael

    Zitat

    Ich meine, es reicht doch eh nicht, wenn ich nur einmal Gott und Jesus meine Sünden nennen und um Vergebung bitte. Das muss man doch immer wieder tun, weil man eben immer wieder (unbewusst) sündigt.


    Zitat

    muss man genauestens jede Sünde aufzählen, damit sie einem vergeben werden?


    Hi Daniela,


    du musst sicherlich nicht jede einzelne Sünde aufzählen, wenn du denn dein Gebet aus tiefstem Herzen Jesus Christus sagst - wie sollte das auch funktionieren, da du dich sicherlich nicht an alle erinnern kannst. Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht falsch, dem Herrn Jesus alle Sünden zu nennen, die dir dann in dem Moment einfallen.
    In der Bibel haben wir ein schönes Beispiel von einem Mann nach dem Herzen Gottes, David. Als er einmal betete, bat er Gott darum, dass er ihn von verborgenen Sünden reinigen möge (Ps 19,12). Es waren Dinge die ihm nicht mehr einfielen und dennoch war es sein innerster Wunsch, dass Gott sie ihm vergab! Genauso kannst auch du es machen. Wenn du einmal Jesus Christus deine Schuld gebracht hast und dieses Gebet aus ehrlichem Herzen kam, dann vergibt Er sie dir alle, weil es sein innerster Wunsch ist, Menschen zu erretten und da er am Kreuz vor ca. 2000 Jahren für jede einzelne Sünde gestorben ist, sowohl für die vor, als auch für die nach unserer Bekehrung.


    Hebräerbrief 10,10: Durch diesen Willen sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.


    Hebräerbrief 10,14: Denn mit einem Opfer hat er auf immerdar die vollkommen gemacht, die geheiligt werden.


    1. Johannesbrief 1,9: Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.


    Das heißt natürlich nicht, dass wenn wir sie einmal bekannt haben, dann "drauflos sündigen" können! Ganz sicher nicht, denn im NT heißt es: "Doch der feste Grund Gottes steht und hat dieses Siegel: Der HERR kennt die sein sind; und: Jeder, der den Namen des HERRN nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit!" (2Tim 2,19)


    Dieser Vers macht sehr deutlich, dass dir nach der Bekehrung zwar alle Sünden vergeben sind, weil du sie bekannt hast, dies aber kein Freibrief zum anschließenden Sündigen ist. Ich denke du verstehst wie ich das meine. Desweiteren möchte der HERR Jesus natürlich, dass wenn wir nach der Bekehrung bewusst gesündigt haben, zu Ihm kommen und Ihn um Vergebung bitten, da nicht vergebene Sünden unsere Beziehung zum HERRN negativ beeinflussen.
    Stell dir als Beispiel eine Familie vor in der du dich befindest. Du tust deiner kleinen Schwester oder deinem kleinen Bruder in irgendeiner Weise etwas Ungerechtes. Nun ist die gute Beziehung zu ihr/ihm unterbrochen (wobei du natürlich die Schwester bleibst), das heißt, du kannst ihr/ihm nicht mehr, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, in die Augen sehen. Genauso ist es auch bei Gott. Er möchte, dass wir unser Leben Ihm weihen und dementsprechend unser Leben ausrichten.


    Als weitere kleine Hilfe schaue einmal unter folgendem Link nach. Dort findest du links oben die Frage: Wie komme ich in den Himmel?


    Liebe Grüße,
    Michael

    P.S.: Ich hatte den Beitrag schon vor ein paar Wochen verfasst, ihn bisher aber aus versch. Gründen noch nicht gepostet/posten können. Daher kann es sein, dass ich Diverses wiederhole, das schon an anderer Stelle behandelt wurde. Desweiteren möchte ich meine hier dargestellten Aussagen nicht als absolut erklären. Gerne lasse ich mich anhand der Bibel korrigieren.


    P.S. @ Kai: auf deine Stellungnahme zu meinem Beitrag bei der Diskussion um 1Kor 13,8 werde ich demnächst eingehen, im Moment ist es mir aus zeitlichen Gründen leider nicht möglich.



    Hallo @ all,


    nachdem nun schon recht viel geäußert wurde, möchte ich mal ein bisschen zusammenfassen und gleichzeitig meine Gedanken zu diesem Thema äußern.


    Zitat

    nano: Ich persönlich glaube nun mal nicht, dass Gott heute noch genau so wirkt wie zu Zeiten des NT, und viele von uns kennen wohl Stellen wie 1. Kor 13,8


    In etwa so denke ich auch. Auf die Stelle aus 1Kor 13 werde ich weiter unten noch etwas näher eingehen.


    Zitat

    nano: manchmal zu schnell als Scharlatanerie, oder, schlimmer noch, als Werk des Teufels abtun? Gerade in der sog. Brüderbewegung ist dies ja recht weit verbreitet.


    Wir sollten wirklich vorsichtig mit solchen Bekundungen und Abstraktionen umgehen! Denn unter den Aktiven solcher Gaben (Sprachenreden, Wunderheilungen etc pp) sind sehr viele wahre Wiedergeborene, Gläubige, die dasselbe Fundament des Glaubens wie wir, nur in einigen Punkten eben ein anderes Schriftverständnis haben.


    Zitat

    nano: 2) Frage ich mich dennoch, ob Gott nicht immer noch durch "plakative" Wunder wirkt? Warum sollte er dies heute nicht mehr tun?


    Beispiel: Watchman Nee, der in China oft evangelisierte, berichtete einmal, wie er mit seinen Mitarbeitern in einer Ortschaft von den Bewohnern provoziert worden ist: der Gott, den er verkünde, könne das Wetter nicht ändern. Watchman Nee und die Männer, die bei ihm waren, sahen, dass diese Menschen nur durch ein Wunder aus ihrem Dämonenglauben herausgelockt werden könnten. Sie beteten. Zunächst änderte sich nichts. Dann aber, genau zu dem Zeitpunkt, den die Bewohner genannt hatten, änderte sich das Wetter, woraufhin die Bevölkerung, die durch ihren Kultus keine Veränderung herbeibringen konnte, für das Evangelium aufgeschlossen wurde.
    Ein ähnliches Wunder also wie bei Elia. Gott wirkt auch heute noch vereinzelt auf die Weise wie früher. Gott ist unumschränkt. Das bedeutet aber nicht, dass seine Aussagen hinfällig und ungültig wären, die wir in Bezug auf die Entwicklung von Zeichen und Wundern in der Bibel finden, sowohl historisch, als auch futuristisch.


    Zitat

    nano: Warum sollte Gott heute nur noch "unauffällig" wirken? Ist es nicht eine Beschneidung der Souveränität Gottes, ihm abzusprechen, dass er heute keine Wunder mehr wirke?


    Es Gott abzusprechen, ist auf jeden Fall eine Beschneidung Seiner Souveränität. Was aber sagt eigentlich die Bibel über die Endzeit in Bezug auf Zeichen und Wunder, und auf deren Entwicklung im Allgemeinen?


    Zitat

    nano: Ähnlich - entschuldigt bitte den blöden Vergleich, aber mir fällt absolut kein besserer ein - wie wenn ich sage, "Gestern machte ich das Licht an". Das heißt ja nicht, dass ich das seitdem nicht mehr getan hätte.


    Der Vergleich ist gar nicht so geistlos, wie du dachtest. Im Grundtext heißt es meines Wissens nach, dass Gott durch Zeichen und Wunder mit bezeugte (synepimartyreo). Die Zeitform ist aber dennoch so gewählt, dass es einen fortwährenden Zustand beschreiben kann. Gleichwohl denke ich, dass dies hier nicht gemeint ist (siehe dazu auch 2Kor 12,12: „Die Zeichen des Apostels sind ja unter euch vollbracht worden in allem Ausharren, in Zeichen und Wundern und mächtigen Taten.“).


    Zitat

    User1211: Ich finde nicht eine einzige Stelle, in der Leute mehrmals (multiple times) aus dem Tod zurück gekommen sind. Als nächstes finde ich nicht eine einzige Stelle, die aussagt, dass solche, die aus dem Tod zurück gekommen sind, es taten (oder durften), um den Wahrheitsgehalt der Bibel zu bestätigen.


    Ich denke, gerade bei solch „plakativen“ Wundern, wie nano sie bezeichnet, sollten sich die Ausübenden ernsthaft einmal mehrere Frage stellen: Wem geben Sie die Ehre? (das soll keine Unterstellung einer anderen Tatsache sein) Wer steht im Mittelpunkt dieses Dienstes? Von wem geht (letztlich) die Kraft aus? Wird durch solche Wunder der Wahrheitsgehalt der Bibel bezeugt (Hebräer 2,4)? Wozu sind Wunder/Zeichen sonst da, abgesehen von deren Wirkung? Würde der Glaube eines Gläubigen durch Zeichen und Wunder gestärkt werden? Würden göttlich gewirkte Wunder/Zeichen durch unsere Verkündigung in dieser vom extrem kritisch-agnostischen Denksystem beherrschten Welt bei einem Ungläubigen die entscheidende Durchschlagkraft verleihen?


    Zitat

    User1211: Was mich etwas erstaunt ist die Tatsache, dass wir heute plötzlich wieder nach Wundern verlangen. In den vergangenen Jahrhunderten war dies nie ein Thema! Warum nicht?


    Richtig! Vielleicht aufgrund von 1Kor 13,8 ?!


    Zitat

    Kai: Wenn Gott zu seinen Leuten spricht, dann gilt das auch noch heut´!


    Ja, so ist es. Aber: 1. geht es m. V. nach in dem Lied um den Sendungsauftrag Gottes an alle Gläubigen. 2. ist es für mich verkehrt, solch einen Rückschluss zu ziehen: wenn Gott früher so handelte, dann müsse er das heute auch noch tun! Es wird leider vielfach versucht, eigene Überlegungen mit diesem Argument zu begründen. Gott sagt zwar selbst in Maleachi 3,6a, dass er sich niemals verändere. Aber ist das auf sein Handeln mit dem Menschen 1:1 übertragbar? Ein Hinweis: Bei Noah handelte Gott durch Wasser, heute durch Feuer (2Petr. 3,6-7)


    Zitat

    User1211: Viele Fälle, in denen heute "Wunder" geschehen, sind so geartet, dass sie eher zur Ehre dessen beitragen, der die Wunder tat. Das war in der Bibel nie so! Hier lehnten die jenigen, durch die die Wunder getan wurden, stets jede Verehrung ihrerselbst ab. Ich denke, solche Fälle sind eindeutig nicht von Gott!


    Das sehe ich auch so!


    Zitat

    nano:


    […]
    War das kein Wunder? Und es wird uns als Motivation für Gebet vorgestellt!


    Natürlich war es ein Wunder! Aber wie schon gesagt, kann man nicht einfach schlussfolgern und den Charakter des Handelns Gottes auf unsere Zeit übertragen. (meine pers. Überzeugung)


    Zitat

    User1211: waren grundsäztlich zunächst sein Türöffner zu einigen wenigen Herzen. Doch wenn eine Gemeinde etabliert war und die Aufgaben der Mission unter den ungläubigen übernehmen konnte, wurden keine Wunder mehr getan. Interessant nicht?


    Zumindest wird uns davon nicht berichtet. Und dennoch ist es ein sehr bedeutsamer Aspekt!


    Zitat

    nano: Das ultimative Ziel dürfte wohl jeweils, das zuerst genannte gewesen sein.


    1Petr 4,16b


    Zitat

    nano: (nein: Ich denke nicht, das Händeauflegen eine biblische Praxis ist!), und er wird gesund (vll. sogar instantan, aber wir wollen es ja mal nicht übertreiben ), haben wir Zweifel. Weshalb???


    Warum denkst du, dass das Händeauflegen keine biblische Praxis sei? Nur weil etwas heute in „unseren Kreisen“ nicht gehandhabt wird, heißt es noch lange nicht, dass es unbiblisch ist. Im Alten Testament drückt das Handauflegen eine Identifikation/Einsmachung oder Gemeinschaft aus (siehe z.B. Jakob, die Opfer, Einsetzung der Leviten zum Dienst). Im NT wird uns in den Evangelien berichtet, wie Jesus einzelnen Menschen die Hände auflegte, um zu heilen, zu segnen. (Interessanterweise wurden Besessenen die Hände nicht aufgelegt!) In der Apostelgeschichte findet man sechs Beispiele von Handauflegungen. Dabei sollte strikt beachtet werden, wozu das Handauflegen jeweils diente. In den Briefen kann man wiederum drei weitere Stellen zu diesem Thema finden:
    - Timotheus hatte eine Gnadengabe von Gott bekommen, durch Handauflegen vom Apostel Paulus.
    - des weiteren wird er aufgefordert, niemandem schnell die Hände aufzulegen.
    Es lässt sich insofern feststellen, dass Handauflegung die oben genannten Eigenschaften symbolisiert und wir keinen Befehl finden, wo Handauflegung zum Zweck von Krankenheilung o. ä. dienen soll. Wohl aber werden wir gewarnt, jemandem schnell die Hände aufzulegen.
    Wenn im NT von Menschen die Hände aufgelegt wurden, dann waren es entweder Apostel selbst oder vom Apostel Paulus Autorisierte. Da es nach unserem Schriftverständnis heute aber keine Apostel mehr gibt (Joh. 20,21; Apg. 1,21-22; 2,42-43; 5,12; 1Kor. 1,1; 9,1-2; 15,5-8; 2Kor. 12,12; Eph. 2,20; 3,3-5; Hebr. 2,3-4; 2Petr 3,2; Judas 3), kann man aus den ersehenen Stellen keine für uns heute geltende Praxis ableiten. Dennoch besagt dies nicht, dass das Handauflegen, wenn es heute in dem von Gott gegebenen Rahmen geschehe, widerbiblisch wäre.


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    Kai: Was ist eigendlich ein Wunder ?


    Sehr gute Frage. Diese wurde bisher noch nicht gestellt und eine Definition wurde auch noch nicht abgeben. Vielleicht sollte man dies einmal tun.
    Zunächst denke ich, dass alle Wunder in der Bibel zugleich auch einen „zeichenhaften“ Charakter einnehmen. Das heißt, dass jedes Wunder simultan auch ein Zeichen ist! Das ist leider nicht für jeden Leser so klar, wie es eigentlich sein sollte, denn so kommt es oft zu Missverständnissen.
    Die Schöpfung ist mit eins der größten Wunder, die es je gegeben hat. Das komplizierte Wesen „Mensch“, die verschiedenen, gezielt aufeinander abgestimmten Parameter im gesamten Universum. Dies alles sind Wunder. Nach Römer 2 werden aus den Wundern ebenso Zeichen. Diese zeichenhaften Wunder sollen den Menschen dahin führen, dass Gott hinter all dem Geschöpften steht, dass der Mensch Ihm die Ehre und Anbetung für dies gibt.
    Das allergrößte und unvorstellbarste Wunder aber ist die Errettung des Menschen von der Sünde durch Jesu Blut, seinen Tod am Kreuz. Alle Wunder sind also Zeichen und umgekehrt, denn es geht darum, Aufmerksamkeit zu wecken und dadurch den ungläubigen Menschen die Augen über Gott zu öffnen. Des Weiteren wird mit zeichenhaften Wundern ein sonst gewöhnlicher Prozess irgendeiner Sache unterbrochen, z.B. als Jesus Wasser in Wein verwandelte u.v.m. Dies lässt einen zu dem Schluss kommen, dass jedes Wunder, jedes Zeichen einen Hinweis, eine Botschaft enthält. Jedem Wunder oder jeder übernatürlichen Sache wird also ein individueller, zeichenhafter Charakter von Gott zugeordnet, um ein bestimmtes Motiv aufzuweisen!


    Zitat

    Kai:


    All diese Dinge erfüllten sich bei den Aposteln. Und vereinzelt auch noch in späteren Generationen. Fragen zu der Stelle: Wieso finde ich heutzutage überwiegend nur die zweite Gabe? In Afrika werden auf die schrecklichsten Weisen, ich will mal sagen, vermeintliche Dämonen und Teufel ausgetrieben. Kranken werden vielerorts Hände aufgelegt, um sie zu heilen. Warum können manche Krankheiten nicht geheilt werden, andere aber schon? Warum fallen bei „Zungenrede-Aktionen“, beim „Erfülltwerden“ oder Empfangen des (Heiligen) Geistes die Menschen in der Regel nach hinten um? Heißt es nicht, dass sie auf ihr Angesicht fallen werden? Ich wiederhole: Alle diese Dinge erfüllten sich in der Zeit der Apostel.


    Was ist nun mit 1Kor 13,8? Wie Torsten schon ansprach, finden wir die zeichenhaften Wunder zunächst bei Jesus und dann bei den Aposteln, nachdem der Heilige Geist zu Pfingsten in Jerusalem ausgegossen wurde. In der ganzen Zeit von etwa 150 n. Chr. bis vor etwa 200 Jahren traten diese Gaben in der Kirchengeschichte nicht auf, oder nur bedingt. Dann kamen sie zur Zeit der Erweckung wieder auf, in der Endzeit. Nun stelle ich mir persönlich einfach immer wieder die Frage: Warum haben wir eine Stelle, die uns klarmacht, dass das Sprachenreden abklingen wird und, dass es zum Ende hin wieder auftreten wird, aus einer falschen Quelle? (explizit natürlich erst in der Trübsal (Matth. 24,24))


    „Die Liebe vergeht nimmer; seien es aber Prophezeiungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören (abklingen; zur Ruhe kommen); sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden.“ (1Kor 13,8 )


    Zwei weitere bekannte Stellen:


    „Die Zeichen des Apostels sind ja unter euch vollbracht worden in allem Ausharren, in Zeichen und Wundern und mächtigen Taten.“ (2Kor 12,12)


    „indem Gott außerdem mitzeugte, sowohl durch Zeichen als durch Wunder und mancherlei Wunderwerke und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.“ (Hebr 2,3b.4)


    Wenn es damals schon abklang, warum tritt es dann heute wieder auf, wo wir doch ernstlich vor solchen Dingen gewarnt werden, da sie zwar im Namen Jesu ausgeübt, aber nicht durch ihn gewirkt werden? Wenn ich weiß, dass ich in der Endzeit lebe und solche Dinge sehe, warum fühle ich mich auf einmal dahin hingezogen?
    Gott warnt und ausdrücklich vor falschen Lehrern oder Lehren (2Petr 2,1ff).
    Eine weitere Frage zu den übernatürlichen Wundern: Warum geschahen diese eigentlich? Was sollte mit den Wundern bewirkt werden? Ich verweise hier auf die allen bekannte Stelle aus Jesaja, die der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther zitiert:
    „Daher sind die Sprachen zu einem Zeichen, nicht den Glaubenden, sondern den Ungläubigen“ (1Kor 14,22)
    „Ja, durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache wird er zu diesem Volk reden“ (Jesaja 28,19)
    Man könnte nun noch etliche weitere Stellen hinzunehmen, aus denen es deutlich wird, dass diese übernatürlichen Dinge zunächst für die Juden und dann für die Ungläubigen bestimmt waren. In 1Kor 1,22 wird sehr deutlich, wer Zeichen forderte und dennoch nicht glaubte, und wenn, dann nur an das Wunder selbst, nicht aber an den der die Wunder ausübte oder die Botschaft, die mittels dieses Wunders übertragen wurde:
    „weil ja sowohl Juden Zeichen fordern“.
    Desweiteren möchte ich hier noch einmal etwas Grundsätzliches zu Wundern und Zeichen in den Evangelien zitieren. Benedikt Peters hat dies in seinem Buch „Sollte Gott etwas unmöglich sein?“ gut dargelegt. Ich zitiere:
    „Alle vier Evangelien berichten von den Zeichen und Wundern, die der Herr Jesus tat; Johannes nennt als einziger alle Wundertaten Jesu Zeichen, griechisch sämeion. Das Wort kommt im Johannesevangelium allein 17 mal vor, das Wort „Wunder“, das die anderen Evangelien bevorzugen, griechisch teras, hingegen nur einmal. Dahinter muss natürlich eine Absicht stehen. Welche?
    Es kam Johannes oder, anders gesagt, es kam dem Heiligen Geist nicht so sehr darauf an, dass Wunderwerke geschahen, als Blinde sahen und Tote auflebten, sondern das Entscheidende war die Aussage, die in diesen Wunderwerken steckte, die Botschaft, die sie enthielten. Sie waren, wie sowohl das das deutsche Wort Zeichen, als auch das griechische Wort sämion besagt, eben Hinweise, Fingerzeige auf etwas Grösseres, auf etwas Bleibendes, das an Wert und Tragweite das blosse physikalische Geschehen des Wunders weit, weit überstieg. […] Jedes Mal veranschaulichte das Zeichen eine vom Herrn selbst proklamierte Wahrheit über Sein Werk und Seine Person. Die Geschehnisse für sich waren verhältnismäßig unwichtig. […] Nachdem die Fünftausend von den Broten gegessen hatten, fordert Er sie auf: „Wirkt nicht für die Speise die vergeht, sondern für die Speise, die da bleibt ins ewige Leben“ (Joh 6,27). Mit dieser Aufforderung leitet Er Seine Rede über das Brot des Lebens ein. Die durch ein Wunder gemehrten und von Ihm ausgeteilten Brote waren doch nur vergängliche Speise; aber an Ihn zu glauben, Ihn im Glauben aufzunehmen, wie man Brot aufnimmt, das heißt eine Speise aufzunehmen, die ewig sättigt. Das und nichts anderes wollte der Herr mit dem Zeichen sagen. […] Sinn und Wert eines Zeichens liegen also nicht in ihm selbst, sondern im Gegenstand, auf den es verweist. Das Zeichen ist wie ein Wegweiser. Wer nach Zürich reisen will, ist dankbar für den Wegweiser; es fiele ihm aber nicht ein, vor diesem niederzuknien, ihn festzuklammern und „Endlich Zürich“ zu jubeln. […] Die Leute, die mit eigenen Augen die Zeichen sahen, kamen dadurch nicht zum Glauben, wie uns Johannes ausdrücklich sagt (Joh 12,37).“


    Das Johannesevangelium ist voll mit Beispielen, wo Jesus Wunder/Zeichen tat, und die Menschen daraufhin glaubten. Wenn jemand einmal diese Stellen liest, wird er feststellen, dass es kein echter Glaube war. Denn als Jesus z.B. die Fünftausend gesättigt hatte, begann er seinen eigentlich Prophetendienst, er verkündete das Wort Gottes. Was geschah mit den Juden? Sie liefen davon. Wie gesagt, an eigentlich allen Stellen lesen wir, dass Menschen glaubten, weil sie sahen. Aber warum glaubten sie? Wegen der Wunder. Woran glaubten sie? Im Grunde an die Wunder. Denn in Joh 7,31 sagen sie z.B.: Wenn der Christus kommt, wird er etwa mehr Zeichen tun als die, welche ihm geglaubt hatten: „Jesus nun sprach zu den Juden, welche an ihn glaubten: Wenn ihr in meinen Worten bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger“ (Joh 8,31). Der HERR muss ihnen leider oft deutlich machen, dass sie an das Licht, also das Eigentliche glauben sollten und nicht nur an die zeichenhaften Wunder. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch Johannes 20,19


    Zitat

    Kai: 12Es geschahen aber viele Zeichen und Wunder im Volk durch die Hände der Apostel;


    Hier wird noch einmal verdeutlicht, durch wen die Zeichen und Wunder geschahen!


    Liebe Grüße,
    Michael