Der Mensch – im Bild und nach dem Gleichnis Gottes erschaffen

  • Zitat

    P.S. Ein verwandtes Thema könnte sich hier anschließen, denn hier im Forum gibt es noch einen offenen Thread über den Menschen, geschaffen im „Bild u. Gleichnis Gottes“.
    Adam wurde im Bild u. Gleichnis Gottes geschaffen, Seth aber in Adams Bild u. Gleichnis. (1.Mo.1,26; 1.Mo.5,1-3)
    Es ist interessant und lehrreich, da mal in die Tiefe zu gehen. Vielleicht macht es ja einer/mehrere, sonst wird es unser nächstes Studium ...


    Der Mensch – im Bild und nach dem Gleichnis Gottes erschaffen. Wie ist das eigentlich zu verstehen?


    Hallo @ all,


    unsere obige Ankündigung ist tatsächlich schon ein Jahr her... Na ja, was lange währt, wird doch noch mal getan … :) Hier unsere gemeinsame Ausarbeitung:



    1. Mose 1, 26.27: „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserem Bild, nach unserem Gleichnis; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das sich auf der Erde regt! Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; Mann und Frau schuf er sie.“


    Immer wieder wird man in dieser Frage unter Christen mit der Auffassung konfrontiert, dass mit „in unserem Bild/nach unserem Gleichnis“ die Meinung verbunden wird, es handle sich nicht nur um Wesensgleichheit oder Wesenszüge Gottes, sondern auch um das äußere Aussehen, mit dem der Mensch „Gott gleich sei“.
    Naiv gesprochen also ein Körper, wie wir ihn besitzen, mit Armen und Beinen, ein Kopf mit Nase, Mund, Augen, Ohren etc.
    Sieht Gott also wirklich so aus wie wir? Müssen wir das unter der Aussage Gottes verstehen, als er die Menschen schuf?


    Was sagt uns die Bibel über Gott?


    Joh. 4, 24: „Gott ist ein Geist ...“


    1. Tim. 1, 17: „...dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen Gott ...“


    Kol. 1, 15: „... der das Bild des unsichtbaren Gottes ist, ...“


    Physikalische Körper wie die menschlichen besitzen Eigenschaften, d.h. sie haben eine Ausdehnung, sie besitzen Gewicht, eine Dichte ist vorhanden. All dieses kennzeichnet einen Geist nicht, denn er hat keinen stofflichen Leib.
    Die Begriffe „Bild und Gleichnis“ können also nichts mit dem Leib des Menschen zu tun haben. Der Mensch unterscheidet sich in seiner „Konstruktion“ ja auch nicht so wesentlich von den höheren Säugetieren, doch nur bei ihm wird gesagt, dass er „im Bild“ und „nach dem Gleichnis Gottes" geschaffen wurde.


    Wenn also in der Schrift von Augen, Mund, Hand oder Finger Gottes gesprochen wird, so ist das als eine Bildersprache zu verstehen, die für uns Gottes Handeln, Gottes Reden verständlich macht.
    (2. Chr. 16, 9; Jos. 9, 14; 2. Mo. 31, 18; Dan. 5, 5; 5. Mo. 2, 15 u.v.a.)


    Der Mensch aber musste für den besonderen Zweck seines Lebens auf der Erde einen stofflichen Körper haben. Er sollte u. a. über die ebenfalls stofflichen Tiere herrschen, dazu mussten sie ihn sehen, erkennen. So hat Gott sich also dazu etwas ganz Besonderes einfallen lassen.


    Wenn wir die Bedeutung von „in seinem Bild“ und „nach seinem Gleichnis“ also nicht in der äußerlichen Erscheinungsform finden, müssen wir danach im Geistigen suchen.



    Was bedeuten nun diese beiden Wörter?
    Das Wort „Bild“ (hebr. zèlem) ist direkt, wie wir aus vielen Stellen im AT ersehen können, mit dem Wort „Abbild“ verwandt. Ein Bild oder Abbild stellt immer etwas vor oder gibt etwas wieder, d.h. es repräsentiert etwas. Wenn sich z.B. die Menschen damals ein Götzenbild bauten, dann war das nicht ein Porträt, das dem Götzen glich, sondern es repräsentierte ihn lediglich.
    Ein „Bild“ ist also nur eine Darstellung, aber nicht die getreue Wiedergabe eines etwaigen vorhandenen Aussehens.
    Adam und Eva, geschaffen im Bilde Gottes stehen also als Verwalter und Vertreter in der von ihm geschaffenen Schöpfung. Dazu gab er ihnen die Herrschaft über die Tierwelt. Das erste Menschenpaar waren die sichtbaren Repräsentanten der unsichtbaren Macht, die Gott über seine Schöpfung hat. Daher hatten sie auch als einzige irdische Geschöpfe direkte Verbindung mit Gott, indem sie mit ihm ohne eine Zwischenschaltung reden konnten.
    Auch nach dem Sündenfall bis in unsere heutige Zeit ist der Mensch noch dieser Repräsentant Gottes, vergl. 1. Kor. 11, 7, aber eben nur in unvollkommener Weise wegen des Sündenfalls.
    Trotzdem hat der Mensch noch im weitesten Sinn seine Überlegenheit gegenüber der Tierwelt.


    Das Wort „Gleichnis“ (hebr. demut) bedeutet „Aussehen“, „Anblick“, „Gestalt“. Es kommt von dem Verb her, das „gleich sein“, „gleichen“ oder „ähneln“ bedeutet. „Dies sieht aus wie das“, so könnte man es etwa anwenden. Das Eine zeigt also identische Merkmale mit dem Anderen, das nicht dasselbe ist.
    Weiter kann das Wort „Gleichnis“ auch „Modell“, „Nachahmung“ oder „Kopie“ bedeuten. In diesem Vers bedeutet Gleichnis also „Übereinstimmung“ oder „Ähnlichkeit“.


    Wenn der Mensch nur vor dem Sündenfall „nach Gottes Gleichnis“ geschaffen war, so bedeutet das, dass Adam vorher Gott glich, indem er moralisch rein war, die Sünde nicht kannte und somit auch die Möglichkeit zur praktischen Gemeinschaft mit Gott hatte.
    Allerdings können wir nicht sagen, dass Adam heilig war, denn heilig sein bedeutet, dass man unangreifbar für die Sünde ist, also nicht dazu fähig ist, sie auszuüben. Wie die Bibel aber berichtet, ist genau das bei Adam eingetreten.


    Anhand des Neuen Testaments sieht man, dass der Mensch nach dem Sündenfall zwar noch das Bild Gottes ist, aber nicht mehr das Gleichnis Gottes trägt. (Repräsentant, aber nicht mehr sündlos)
    Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird zwar als das Bild Gottes bezeichnet (Kol. 1, 15), aber es wird nicht gesagt, dass Er nach dem Gleichnis Gottes ist, denn Er ist ja selbst Gott: „und das Wort war Gott“ (Joh. 1, 1), „Gott geoffenbart im Fleisch“ (1. Tim. 3, 16). Das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.
    Der Mensch war und ist also das Bild Gottes, aber er hatte das Gleichnis.


    Dazu haben wir uns die Präpositionen „in“ und „nach“ angeschaut, da sie wirklich wichtig sind.
    Das Wort im hebräischen Grundtext, was hier mit „in“ übersetzt ist, kann auch „als“ oder „zum“ bedeuten. Das macht deutlich, dass Gott uns Menschen als sein Bild auf die Erde gesetzt hat.
    Das Wort „nach“ kann auch „übereinstimmend“ oder „ähnlich“ bedeuten. Daraus können wir schließen, dass Gott den Menschen schuf, damit er Gott gleich sei.



    In 1. Mose 5, 3 geht es übrigens um Adams Bild und Gleichnis, nicht um Gottes. Das ist wohl der Grund, dass die Präpositionen hier „vertauscht“ sind.
    Der Sohn, den der nun sündige Adam zeugte (wie auch Kain und Abel zuvor), war ein genaues Gleichnis seines Vaters und hatte nur noch eine schwache Übereinstimmung mit dem Bild, in dem Gott Adam ursprünglich geschaffen hatte.
    Der Sohn war ein Sünder wie sein Vater und stand genau so unter dem Gericht Gottes. Der Mensch hatte von da an eine Natur, die in Übereinstimmung mit der Familie ist, zu der er gehört.
    Gott kennt in dem Sinne nur 2 Familien:
    a) Menschen in Verbindung mit IHM durch Jesus Christus und
    b) Menschen mit der Natur eines gefallenen Sünders, fern von Gott. 1. Kor. 15, 45


    Damit die Familie Gottes (a) nach dem Sündenfall überhaupt möglich werden konnte, ist Jesus Christus in die Welt gekommen und hat unsere stoffliche, menschliche Gestalt angenommen.


    Phil. 2, 7: „... indem er (Jesus Christus) in GLEICHHEIT der Menschen geworden ist.“
    Rö. 8, 3: „... indem er seinen eigenen Sohn in GLEICHGESTALT des Fleisches der Sünde und für die Sünde sendend ...“


    Dabei war er nicht besonders attraktiv, sondern das Gegenteil wird in Jes. 53, 2b.3 geschildert. Es ging um die göttlichen Eigenschaften, und darin hat er uns den Vater „gezeigt“. An seinem Leben in wahrer Heiligkeit, Gerechtigkeit und Liebe können wir den Vater „sehen“:


    Joh. 1, 18: „Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, ..., der hat ihn kundgemacht.“
    Joh. 14, 9: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen, …“


    Jesus Christus, der „letzte Adam“, das wahre Bild Gottes, der vollkommene Ausdruck und Vertreter Gottes.
    In 1. Kor. 15 wird dieses Thema behandelt. Daraus V. 49:
    „Und wie wir das Bild dessen vom Staub getragen haben (Adam), so werden wir auch das Bild des Himmlischen (Jesus Christus) tragen.“ Das betrifft den „neuen“ Menschen, die „neue Natur“, Gott gleichend.
    Eph. 4, 23.24: „…, aber erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.“


    Es macht echt Freude, sich miteinander über das Wort Gottes auszutauschen und dann auch tiefer zu graben, um den Aussagen mal mehr auf den Grund zu gehen. Nachahmung empfohlen! :)


    Mit liebem Gruß von Vroni und Michael



    P.S.: Wie immer sind Korrekturen und Ergänzungen erwünscht.

    Du möchtest die Bibel näher kennenlernen, weißt aber nicht recht wie du vorgehen sollst? Vielleicht kann dir dabei ein Fernbibelkurs Hilfe sein. Interesse? www.dasleben.info

  • Hallo Michael,


    da bei uns auch eine Diskussion aufgekommen ist mit der Frage, ob „im Bilde Gottes“ bedeutet, dass Gott einen Körper hat, finde ich deinen Artikel sehr interessant, aber es kommen viele Fragen auf.


    Was soll man z. B. darunter verstehen, dass du schreibst:


    Zitat:
    Ein „Bild“ ist also nur eine Darstellung, aber nicht die getreue Wiedergabe eines etwaigen vorhandenen Aussehens.*

    Ist unter Darstellung dann vielleicht ein selbstgemaltes Bild zu verstehen im Gegensatz zum Foto (getreue Wiedergabe)?


    Im Englischen ist Bild mit "image" übersetzt bzw. steht dort dieses Wort, bedeutet es dann nicht, dass Gott den Menschen nach seiner Vorstellung gemacht hat?


    Gruß mikros

  • Hallo zusammen,


    nach längerer Abwesendheit in diesem Forum melde ich mich zurück. :D


    Ich verstehe es so wie bereits von Vroni und Michael angedeutet, dass es bei der Formulierung "Bilde Gottes" ledigleich um das Wesen geht. Den freien Willen, die Gefühle usw.


    Zitat

    Im Englischen ist Bild mit "image" übersetzt bzw. steht dort dieses Wort, bedeutet es dann nicht, dass Gott den Menschen nach seiner Vorstellung gemacht hat?

    Dieser Aussage würde ich nicht unbedignt zustimmen denn in 1. Mose und in Jak. 3

    Zitat

    Jak. 3,9
    Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bild (o. Gleichnis) Gottes geschaffen worden sind.

    steht ja Bild, Gleichnis oder sogar Ebendbild.

    Zitat

    Sag nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.
    Matthias Claudius

  • Hallo @ all,


    Zitat von Vroni & Michael:


    Wenn der Mensch nur vor dem Sündenfall „nach Gottes Gleichnis“
    geschaffen war, so bedeutet das, dass Adam vorher Gott glich, indem er
    moralisch rein war, die Sünde nicht kannte und somit auch die
    Möglichkeit zur praktischen Gemeinschaft mit Gott hatte
    .


    also gut, der Mensch wurde nach dem "Bild Gottes" geschaffen, und damit ist vor allem die Sündlosigkeit und auch wohl das Herrschen (über die Tiere) gemeint, richtig?


    Anhand des
    Neuen Testaments sieht man, dass der Mensch nach dem Sündenfall zwar
    noch das Bild Gottes ist, aber nicht mehr das Gleichnis Gottes trägt.
    (Repräsentant, aber nicht mehr sündlos)
    .


    Und wie wir das Bild dessen
    vom Staub getragen haben (Adam), so werden wir auch das Bild des
    Himmlischen (Jesus Christus) tragen.“
    Das betrifft den „neuen“ Menschen, die „neue Natur“, Gott gleichend.
    Eph. 4, 23.24: „…, aber erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung
    und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in
    wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.“



    Folglich hätten wir dann wieder die "Natur", die Adam bei seiner Erschaffung bekommen hat, aber dann durch den Sündenfall verlor?


    Eph. 4,24 in der Neues-Leben-Übersetzung: "Als neue Menschen, geschaffen nach dem Ebenbild Gottes und zur Gerechtigkeit, Heiligkeit und Wahrheit berufen, sollt ihr auch ein neues Wesen annehmen."


    Gruß mikros

  • Hallo mikros,


    ich möchte kurz auf deine Aussagen eingehen.


    Du schreibst:

    Zitat

    mikros schrieb: „also gut, der Mensch wurde nach dem "Bild Gottes" geschaffen, und damit ist vor allem die Sündlosigkeit und auch wohl das Herrschen (über die Tiere) gemeint, richtig?“


    Ich will nicht pedantisch werden, aber wie wir oben schrieben, bezieht sich die Sündlosigkeit wohl eher auf das Geschaffen sein nach dem Gleichnis Gottes, wobei der Sündenfall natürlich Auswirkungen sowohl auf das Bild als auch auf das Gleichnis hat. Geschaffen sein im Bild Gottes bedeutet daher (nach unserer Auffassung):


    Zitat

    Michael schrieb:„Ein „Bild“ ist also nur eine Darstellung, aber nicht die getreue Wiedergabe eines etwaigen vorhandenen Aussehens.
    Adam und Eva, geschaffen im Bilde Gottes stehen also als Verwalter und Vertreter in der von ihm geschaffenen Schöpfung. Dazu gab er ihnen die Herrschaft über die Tierwelt. Das erste Menschenpaar waren die sichtbaren Repräsentanten der unsichtbaren Macht, die Gott über seine Schöpfung hat. … Auch nach dem Sündenfall bis in unsere heutige Zeit ist der Mensch noch dieser Repräsentant Gottes, vergl. 1. Kor. 11, 7, aber eben nur in unvollkommener Weise wegen des Sündenfalls.“


    Wir sehen hier, dass es mehr um den Tätigkeitsbereich geht.


    Geschaffen zu sein nach dem Gleichnis Gottes bedeutet:

    Zitat

    Michael schrieb: „Das Wort „Gleichnis“ (hebr. demut) bedeutet „Aussehen“, „Anblick“, „Gestalt“. Es kommt von dem Verb her, das „gleich sein“, „gleichen“ oder „ähneln“ bedeutet. „Dies sieht aus wie das“, so könnte man es etwa anwenden. Das Eine zeigt also identische Merkmale mit dem Anderen, das nicht dasselbe ist.
    Weiter kann das Wort „Gleichnis“ auch „Modell“, „Nachahmung“ oder „Kopie“ bedeuten. In diesem Vers bedeutet Gleichnis also „Übereinstimmung“ oder „Ähnlichkeit“. … Wenn der Mensch nur vor dem Sündenfall „nach Gottes Gleichnis“ geschaffen war, so bedeutet das, dass Adam vorher Gott glich, indem er moralisch rein war, die Sünde nicht kannte und somit auch die Möglichkeit zur praktischen Gemeinschaft mit Gott hatte. … Anhand des Neuen Testaments sieht man, dass der Mensch nach dem Sündenfall zwar noch das Bild Gottes ist, aber nicht mehr das Gleichnis Gottes trägt. (Repräsentant, aber nicht mehr sündlos)“


    Hierbei geht es um den Charakter und die Wesenseigenschaft(en) Gottes, insbesondere um die moralischen.


    Zitat

    mikros schrieb:„Folglich hätten wir dann wieder die "Natur", die Adam bei seiner Erschaffung bekommen hat, aber dann durch den Sündenfall verlor?“


    Das will ich nicht bestreiten, ich verstehe es etwa auch so.


    Als die Sünde noch nicht in der Welt war, lebte der Mensch in einer engen, intimen Beziehung zu seinem Schöpfer, er lebte dem Charakter Gottes gemäß. Darum konnten Recht, Friede und Harmonie herrschen. Dann kam die Sünde in die Welt, welche einen Beziehungsbruch zwischen dem Menschen und Gott verursachte. Der Mensch lebt nun nicht mehr Gott gemäß, da er das Gleichnis durch den Sündenfall und die geistliche Trennung von Gott verloren hat.
    Gibt es eine Rückführung zu unserer ursprünglichen Bestimmung? Vielleicht in Jesus Christus?
    Ich bin überzeugt, schon, wenngleich wir das Gleichnis in seiner Vollkommenheit nie mehr tragen werden, weil wir als Menschen, auch als solche, die wir dem alten gestorben sind und den neuen Menschen angezogen haben, immer wieder sündigen werden. Wenn wir Christus angezogen haben und in Ihm leben, sollten wir unweigerlich seine Charaktereigenschaften nach außen sichtbar werden lassen und dem ursprünglichen Gleichnis ähnlicher werden.


    Man lese Gal. 3,27; Eph. 4,24; uvm. und den Abschnitt aus Kol 3,1-17! Hieraus ein kurzer Auszug: „da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bilde dessen, der ihn erschaffen hat;“


    Lieben Gruß,
    Michael

    Du möchtest die Bibel näher kennenlernen, weißt aber nicht recht wie du vorgehen sollst? Vielleicht kann dir dabei ein Fernbibelkurs Hilfe sein. Interesse? www.dasleben.info

  • Hallo Michael,


    sorry, aber für Nicht-Intellektuelle ist es sehr schwer, deinen Ausführungen zu folgen. ?(
    (Für die anderen wahrscheinlich sehr interessant, für uns ja auch, aber es ist, wie gesagt, schwierig.) Deshalb weitere Fragen:


    "Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; Mann und Frau schuf er sie."


    Also hier in 1. Mose 1, 27 wird zweimal gesagt, dass der Mensch im Bild Gottes geschaffen wurde. Wenn kurz darauf auch Gleichnis gesagt wird, ist denn nicht doch dasselbe gemeint? Die Stelle im Jakobusbrief, die Viktor anführt, besagt ja auch, dass der Mensch im Bild oder Gleichnis Gottes gemacht wurde (da wird also gar nicht zwischen diesen Ausdrücken unterschieden!).
    Aber o.k., wenn ihr einen Unterschied seht ..., (hier ist wohl ein 3. hebräischer Ausdruck verwendet worden? :| ) ich denke aber, dass es letztendlich nicht so sehr wichtig ist, oder?


    Weiter schreibst du:
    Anhand des Neuen Testaments sieht man, dass der Mensch nach dem
    Sündenfall zwar noch das Bild Gottes ist, aber nicht mehr das Gleichnis
    Gottes trägt.
    und: "Der Mensch war und ist also das Bild Gottes, aber er hatte das Gleichnis."


    Woran sieht man das? Welche Bibelstelle hast du herangezogen?


    „Und wie wir das Bild dessen vom Staub getragen haben (Adam), so
    werden wir auch das Bild des Himmlischen (Jesus Christus) tragen.“
    1. Kor. 15,49


    Also, so wie ich das verstehe, tragen wir als Menschen (jedenfalls von Natur aus) nicht mehr das Bild Gottes, sondern das Bild Adams. :|


    (Mir gingen gestern immer wieder die beiden Worte durch den Kopf, aber ich konnte mir nicht merken, wofür das eine oder das andere stand (stehen soll) :rolleyes: ) . Also bitte, versteht diesen Beitrag nicht als Kritik!


    Gruß von mikros

  • Deine angeführte Stelle aus Eph. 3 lautet: "und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit..."


    Hier ist nun weder "Bild" noch "Gleichnis" eingefügt, sondern nur "nach Gott", man kann sich hier also denken, welche Bezeichnung man einsetzen möchte. Ist es nicht so??


    Gruß mikros, ( :S )

  • Was mir noch aufgefallen ist:


    Die ursprüngliche Stelle in 1. Mose 1, 26 lautet:


    Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über das Gevögel des Himmels...


    Es heißt eben nicht: Der Mensch, im Bilde Gottes und nach seinem Gleichnis geschaffen, sondern in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis.


    Weil die beiden Begriffe eben nicht durch eine Konjunktion (und) verbunden sind, sondern durch ein Komma, bedeutet das m.E., dass das Wort "Bild" durch das Wort "Gleichnis" einfach nur näher erklärt werden soll. Denn der Mensch ist eben kein Abbild von Gott, sondern ein Gleichnis, ihm ähnlich.
    Wenn der Begriff Gleichnis etwas anderes bedeuten sollte, müsste es "Bild und Gleichnis" heißen. Was meint ihr`?

  • Hallo mikros,


    zunächst Entschuldigung für den schwierigen Beitrag, war keine Absicht. Vielleicht liegt es einfach am Thema...


    Bevor ich auf deine Fragen eingehe, empfehle ich dir, vielleicht noch einmal den Beitrag von Vroni und mir zu lesen. Wir sind der Auffassung, dass die Antworten auf deine Fragen darin zu finden sind.


    Wenn erforderlich, sind wir natürlich auch dazu bereit, das Thema noch einmal (verständlicher) zu erläutern, ok?


    Liebe Grüße,
    Michael

    Du möchtest die Bibel näher kennenlernen, weißt aber nicht recht wie du vorgehen sollst? Vielleicht kann dir dabei ein Fernbibelkurs Hilfe sein. Interesse? www.dasleben.info

  • Hallo Michael,


    natürlich liegt es (auch) am Thema, aber können nicht auch schwierige Themen für Allgemein-Verbraucher verständlich gemacht werden? Ist dazu nicht ein Forum da?

    Also, ich habe den ersten Beitrag noch einmal gelesen, und es ist mir tatsächlich klarer geworden. Aber um ganz sicher zu gehen: Könnte man den Ausdruck "Bild" (hebr. zelem) wohl heute mit einem Avatar vergleichen? (Sorry, etwas unpassend vielleicht, aber so wirds vielleicht klarer.) So wie dein Avatar - das Boot auf einem See oder Meeresrand - dich repräsentiert, repräsentiert der Mensch (Mann) Gott?


    Viele Grüße und besten Dank für deine Bemühungen, mikros



    Einmal editiert, zuletzt von mikros ()

  • Hallo @ all,
    wie auch immer nun die Worte im griechischen Grundtext lauten, fest steht folgendes:


    Gott liebt uns Menschen und hat uns nach SEINEM Bilde und zur Gemeinschaft mit IHM geschaffen.


    Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.
    1 Mose 1,26a


    Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.
    1 Joh. 4,16b


    In liebevoller Gemeinschaft mit Gott zu leben ist unsere Bestimmung und letztlich unser Lebenssinn.


    Ich fand diesen Text auf der von Königskind angegebenen Website und wollte ihn euch nicht vorenthalten, denn das ist doch wirklich das Allerwichtigste!


    Gruß mikros

  • Hallo,


    Vroni und Michael,


    in euerm gemainsamen Beitrag gab es ja ziemlich viele Informationen, die auch wirklich hilfreich sind!! Aber trotzdem bleibt eine Frage, die mich zurzeit diesbezüglich beschäftigt noch offen. Es wird ja so oft gesagt "Wir sind im Gleichnis und in dem Bild Gottes geschaffen" auch ihr habt geschrieben, dass wir das Bilde Gottes(nicht aber das Gleichnis)sind. Ich möchte noch einmal die Stelle aus 1.Mose 5, 13 hinzunehmen, die ja auch ihr bereits erwähnt habt:


    Zitat

    Und Adam lebte hundertdreißig Jahre und zeugte einen Sohn in seinem Gleichnis, nach seinem Bilde, und gab ihm den Namen Seth.


    Ihr hattet ja bereits geschrieben, dass Adam - weil er ein sündiger Mensch wurde - auch einen sündigen Sohn zeugte.


    Zitat


    Vroni und Michael schrieben:Der Sohn, den der nun sündige Adam zeugte (wie auch Kain und Abel zuvor), war ein genaues Gleichnis seines Vaters und hatte nur noch eine schwache Übereinstimmung mit dem Bild, in dem Gott Adam ursprünglich geschaffen hatte.
    Der Sohn war ein Sünder wie sein Vater...

    Somit sind wir ja auch Sünder = "Erbsünde"


    Zitat


    Vroni und Michael schrieben: Anhand des Neuen Testaments sieht man, dass der Mensch nach dem Sündenfall zwar noch das Bild Gottes ist, aber nicht mehr das Gleichnis Gottes trägt. (Repräsentant, aber nicht mehr sündlos)

    Nun meine Frage: In der zitierten Stelle aus 1.Mose wird gesagt, dass der Sohn sowohl im Bilde, als auch im Gleichnis Adams gezeugt wurde - so sind doch auch wir sowohl das Bild, als auch das Gleichnis eines sündigen Menschens? Vielleicht könnt ihr (@all) mir auf die Sprünge helfen ?(


    Liebe Grüße, Damaris :]

    "Allein DEINE Gnade genügt, die in meiner Schwachheit Stärke mir gibt!"

    Einmal editiert, zuletzt von Damaris ()

  • Hallo Damaris! :]


    Wenn man „Bild“ als „Repräsentant Gottes auf der Erde“ versteht (wie in der ersten Ausarbeitung erklärt), dann ist es so, dass Adam auch nach dem Sündenfall immer noch der Repräsentant Gottes auf dieser Erde war, allerdings sehr abgeschwächt wegen der Folgen der Sünde. Dies galt dann auch für seinen Sohn, den er "nach seinem Bild" zeugte bis hin zu jedem Menschen, der geboren wurde, bis in unsere Zeit. Wenn du fragst, ob an der Stelle in 1. Mose 5, 3 der Sohn als „Bild“ einen sündigen Menschen repräsentiert, so könnte man diesen Sinn intuitiv hineinlegen. Wenn ich aber das zu Grunde lege, was ursprünglich damit gemeint war und dann auch 1. Kor. 11,7 dazunehme, dann kann ich das nicht in diesem Sinn sehen. Dagegen betrifft „in seinem Gleichnis“ die sündige Natur, da war der Sohn absolut genau wie der Vater, ebenfalls bis in unsere Zeit, wo jeder Mensch als Sünder geboren wird.


    Es geht einfach darum, was in hebräisch mit Bild und Gleichnis ausgedrückt wird (erster Beitrag). In vielen Büchern wird es einfach zusammen abgehandelt, aber wir haben damals eine sehr spezielle Ausarbeitung dazu gelesen, weil uns der Unterschied zwischen Bild und Gleichnis interessierte. Vielleicht fällt Michael hierzu auch noch etwas ein, was er erwähnen oder erklären möchte.


    Lieben Gruß, Vroni. :) ;)



  • Vroni,
    nu ja...also so langsam begreif ich den Gedankengang - vielleicht ;) danke jedenfalls, für die wiederholte Erklärung - die mir jetzt das aber noch mal klarer gemacht hat. Heute morgen hat ein Bruder auch ganz kurz zwei Sätze zu genau diesem Thema gesagt,das war eine völlige Bestätigung dessen, was du geschrieben hast *tYL*


    Ganz liebe Grüße, Damaris

    "Allein DEINE Gnade genügt, die in meiner Schwachheit Stärke mir gibt!"

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